Mönchengladbach: Lichthof plant eine Markthalle

Mönchengladbach: Lichthof plant eine Markthalle

Exklusive Stände mit frischen Waren und hochwertige Imbisse möchten die Betreiber des Lichthofs anbieten. Dafür wollen sie die Fläche verdreifachen, eine Tiefgarage bauen und einen Durchgang zur Theatergalerie schaffen.

Die Bauvoranfrage, die Bernhard Weyers, Sprecher der Lichthof-Eigentümer, und Architekt Dietmar Haasen bei der Stadt eingereicht haben, hat es gleich doppelt in sich. Zum einen präsentieren sie eine Idee, die die Gladbacher Innenstadt aufwerten würde. Zum anderen öffnet sie das Feld nach dem vorläufigen Scheitern der ECE-Pläne für ganz neue Überlegungen, wie und wo eine attraktive Einkaufsmeile entstehen könnte. Zwar ist noch unklar, wer die nötige Investition von rund 20 Millionen Euro aufbringen soll. Erste Interessenten gibt es aber offenbar. Und planungsrechtlich stünde dem aufwändigen Umbau nichts im Wege.

Erste Passage in NRW

Dietmar Haasen, der vor 26 Jahren mit dem Lichthof die erste Einkaufspassagen in Nordrhein-Westfalen baute, gerät ins Schwärmen, wenn er über seine Pläne spricht. "Wir stellen uns einen Food-Court vor, der die Qualität des Carsch-Hauses in Düsseldorf hat: viele kleine Angebote mit Top-Qualität." Fündig werden sollen dort sowohl der Angestellte auf der Suche nach einem ansprechenden Mittagssnack wie auch Einkaufende auf der Suche nach exquisiten Lebensmitteln.

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Um diese Idee zu realisieren, würde der Lichthof nach oben und unten wachsen. Statt eines Geschosses gäbe es dann drei. Und aus aktuell rund 2200 Quadratmetern Verkaufsfläche würden dann bis zu 6000 werden. Wobei die neue Fläche weniger für zusätzlichen Einzelhandel als für die Markthalle und Gastronomie genutzt werden soll. Unter dem Lichthof würde eine Tiefgarage für 100 Parkplätze gebaut. Der gültige Bebauungsplan steht den Erweiterungsplänen nicht im Wege, wie Stadtplaner Jürgen Beckmann der RP bestätigte. "Jede mögliche Aufwertung der Innenstadt können wir als Stadt nur begrüßen", so Beckmann. Einen Food-Court hatte Entwickler Norbert Bienen auch für das Haus Westland geplant.

Städteplanerisch hoch interessant sind die Optionen, die sich aus der Idee ergeben. Denn nach dem Umbau könnte man einen Durchgang von der Theatergalerie in den Lichthof schaffen. Mehr noch: Theoretisch ist gar eine durchgehende Achse von C & A bis zum Kaufhof denkbar. Weyers, heftigster Kritiker des ECE-Vorhabens, sagt das so: "Damit stellt sich die Frage, ob man nicht für die Hindenburgstraße auch eine große Lösung findet, ohne in das Gründerzeitviertel bauen zu müssen."

Vorerst ist die Bauvoranfrage nicht mehr als eine Ideenskizze. "Die Bagger sind noch nicht im Anmarsch", sagt Weyers. Man wolle auch keine Zeitpunkte für Baubeginn oder Eröffnung nennen. Dass die Eigentümer des Lichthofs das Großprojekt alleine stemmen könnten, ist zudem unwahrscheinlich. Doch es scheint realistisch, für diese Idee einen Investor zu finden.

(RP)
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