Mönchengladbach: Letzter Zapfenstreich für das Nato-Musikfest

Mönchengladbach: Letzter Zapfenstreich für das Nato-Musikfest

Noch einmal hochklassige Militärmusik: Für das Tattoo, das seit 1960 in Mönchengladbach veranstaltet wird, gibt es noch Tickets.

Es gibt Abschiede, die schmerzen, die das Herz berühren und die immer in Erinnerung bleiben, weil sie gebührend gefeiert wurden - genau so ein Abschied wird morgen ab 20 Uhr für das finale Nato-Musikfest im Borussia-Park ausgerichtet. Das Tattoo findet nach 54 Jahren zum allerletzten Mal in Gladbach statt. 500 professionelle Militärmusiker, 250 Helfer und Tausende von Zuschauern werden das Spektakel verfolgen.

Sie dürfen sich nicht nur auf einige der besten Militärbands der Welt freuen, sondern auch ein Feuerwerk, eine Lasershow und waghalsige Fallschirmspringer bestaunen.

Gestern wurde der Borussia-Park bereits für das Musikfest vorbereitet. Neben den Arbeiten auf den Stadionrängen durften auch schon die ersten Bands probten - statt klassischer Militärmärsche war dabei übrigens oft fetziger Rock'n Roll zu hören, beispielsweise vom Spielmannszug des Stabsmusikkorps der Bundeswehr.

"Während die Jungs spielen, wird das deutsche Wachbataillon eine Drillvorführung zeigen - zu Rockmusik", verriet Elmer Esser von der Marketing Gesellschaft Mönchengladbach (MGMG), der sich seit 1977 als Projektleiter um das Nato-Musikfest kümmert. "Das haben die Zuschauer in dieser Form noch nicht gesehen. Das wird etwas ganz Neues sein." Für Esser wird es wohl vor allem ein sentimentaler Moment sein, wenn die Musiker zum letzten Zapfenstreich anstimmen. "Es wird die perfekte Show werden, da kann man sich drauf freuen", erzählt er.

  • Fotos : Nato-Musikfest – Ein Rückblick

Esser verspricht nicht zu viel: Spektakulär wird beispielsweise die Vorführung der Freifaller aus Altenstadt. Sie werden mit ihren Fallschirmen mitten auf dem Rasen des Borussia-Parks landen. "Und obwohl sie aus großer Höhe springen, schaffen die Soldaten es jedes Mal, den Anstoßpunkt zu treffen", berichtet MGMG-Chef Peter Schlipköter.

Ebenfalls sehenswert sein werden die Darbietung des Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen und der Auftritt des Marinemusikkorps aus Kiel, das auch bei den feierlichen Vereidigungen der Bundeswehr spielt. Schlipköter betont, dass beim letzten Zapfenstreich nur die Besten der Besten dabei sein werden: "Zu den sechs hochkarätigen Bands gehören die Band of the Corps of Royal Engineers aus Großbritannien, die 61\. Strymska Mechanisierte Brigade aus Bulgarien, das Zentralorchester der Armee der Tschechischen Republik und sowie die Militärmusik Vorarlberg aus Österreich." Traditionell wird ein Feuerwerk, das synchron zur Musik abgefeuert wird, der Höhepunkt der Show sein.

Die Musikkapellen der einzelnen Nationen werden neben fetzigen Rock- und Musicalklängen auch Musik spielen, die für ihr Land typisch ist. Durch die große Abwechslung sollen auch jüngere Leute angesprochen werden. Für die Musiker ist das Konzert derweil schon allein durch den Spielort ein Höhepunkt. "Sonst spielen sie oft in Hallen, hier haben sie ein riesiges Stadion zur Verfügung und nur den Himmel über sich", erklärt Schlipköter. "Außerdem ist es eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen sich die Militärmusiker mit Gleichgesinnten austauschen können." Der Reinerlös des 28\. Musikfests wird, wie in den Jahren zuvor, an das an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen gespendet. "Seit 1960 ist so knapp eine halbe Million Euro zusammengekommen", verrät Peter Schlipköter. Der MGMG-Chef rechnet damit, dass in diesem Jahr noch einmal etwa 10 000 bis 15 000 Euro gespendet werden können. Übrigens: Beim letzten Nato-Musikfest wird es auch eine absolute Neuerung geben. Die Veranstaltung wird zum ersten Mal moderiert - von Günter vom Dorp.

(RP)
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