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Mönchengladbach: Leerstand am Bahnhof - Woolworth verlässt Vitus-Center

Mönchengladbach : Leerstand am Bahnhof - Woolworth verlässt Vitus-Center

Der Kaufhauskette missfiel die Lage des Eingangs, auch fehlende Aufzüge werden beklagt. Ein neuer Standort wird gesucht. Das Center verliert einen Frequenzbringer.

Nicht einmal drei Jahre ist es her, da konnte Woolworth es gar nicht erwarten, ins Vitus-Center zu ziehen. Mit einem Countdown auf seiner Internetseite zählte das frisch aus der Insolvenz gestartete Kaufhausunternehmen die Minuten bis zum 1. September 2011 herunter, an dem dort eine neue Filiale ihre Pforten öffnete. Lange hat die Begeisterung allerdings nicht angehalten: Am 26. Juli ist Schluss, der Räumungsverkauf hat begonnen. "Die Lage unseres Kaufhauses ist nicht ideal, da der Eingang nicht zur Haupteinkaufsstraße liegt", begründet der geschäftsführende Gesellschafter Dieter Schindel die Entscheidung.

In der Tat fällt das Geschäft nicht jedem, der auf der Hindenburgstraße in oder aus Richtung Hauptbahnhof unterwegs ist, ins Auge. Zentraler solle es künftig liegen, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Unna. Denn einen Rückzug aus der Gladbacher City solle es nicht geben. Im Gegenteil - gesucht wird nach einer 1A-Lage, infrage kommen hierbei Flächen zwischen 600 und 1200 Quadratmetern. "Wir freuen uns über jeden Hinweis auf einen Standort, der zu Woolworth passen könnte", so Schindel. Die zweite Filiale in Rheydt solle ohnehin weiter bestehen bleiben. Gerne wäre man innerhalb des Vitus-Centers umgezogen - "doch das war leider nicht möglich", so Schindel weiter. Es habe entsprechende Verhandlungen gegeben, doch die Vorstöße seien vom Vermieter letztlich abgelehnt worden, präzisiert Unternehmenssprecherin Marie-Christin Schröder. Sei ein neuer Standort gefunden und seien die Verträge unterschrieben, "können wir innerhalb von vier Wochen neu eröffnen", so Schröder weiter. Die Mitarbeiter sollen solange auf andere Filialen verteilt werden.

Ein weiteres Argument, das Schindel für den Auszug anführt, ist die Aufteilung der Flächen auf zwei Ebenen, die nur über eine Treppe verbunden sind. Der fehlende Aufzug ist dem Unternehmen demnach nicht kundenfreundlich genug. Der ohnehin bereits immense Leerstand im 1988 eröffneten Vitus-Center nimmt dadurch noch zu. In der unteren Etage ist gar nichts los, in der oberen ganz wenig. Einzige verbleibende Frequenzbringer sind Rossmann und Zeeman. Center-Manager Norbert Jahnes, der durch zahlreiche Aktionen immer wieder versucht, Publikum ins Center zu bekommen, ist dennoch optimistisch, in den nächsten Monaten einen guten Branchenmix zusammenzubekommen. "Es gibt jede Woche Anfragen", sagt Jahnes. "In Kürze wird sich da was tun." Sein Vorgänger Manfred Keil hatte Ende 2011 noch gesagt, bis zur Eröffnung des Minto müsse man sich "gefestigt haben". Ob das gelingen kann, ist jedoch fraglicher denn je.

(RP)