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Mönchengladbach: Leckerli und zwei neue Waschmaschinen

Mönchengladbach : Leckerli und zwei neue Waschmaschinen

Üblicherweise setzen sich die Absolventen des Odenkirchener Gymnasiums zum Abschied von ihrer Schule ein Denkmal. Die Abiturientia 2014 verteilte Spenden - an Kinder, die Krebshilfe und gestern ans Tierheim in Uedding.

Sie haben ihr Abitur am Gymnasium in Odenkirchen gemacht - mit Notendurchschnitten zwischen 2,0 und 3,3. Sie jobben, absolvieren ein Praktikum, studieren Chemie und Wirtschafts- und Ingenieurswesen. Und: Sie haben ein Herz für Tiere. Gestern besuchte eine Abordnung der Abiturientia 2014 das Tierheim am Hülserkamp. Einen riesigen Präsentkorb schleppten sie an - mit Spielzeug und Leckereien für die Tiere. Und eine Spende gab's obendrauf. Über 1000 Euro durften sich Charlotte Kaufmann und Gerd Gröne-Gormanns vom Vorstand freuen. Das taten sie.

Am Odenkirchener Gymnasium ist es üblich, dass die Abiturienten sich zum Abschied von ihrer Schule ein Denkmal setzen. So hat eine Stufe einen Trabi auf dem Dach hinterlassen, eine andere hat Steine mit den Namen der Schüler im Boden verlegt, und vor Jahren sanierten erfolgreiche Absolventen des Gymnasiums die Mauer im Hang unterhalb der Schule. "Wir wollten kein Denkmal, wir wollten einfach helfen", sagten gestern Nicolas de la Vega Guerra, Aleksandra Dobic, Marie-Carolin Brützke, Melissa Kohnen, Saskia Bruchhausen und Julia Brzoska, die als Abordnung der Abiturienta nach Uedding gekommen waren. 3000 Euro waren nach dem Abiball noch in der Kasse. Zu je einem Drittel ging das Geld an eine Einrichtung für Kinder, an die Krebshilfe - und ans Tierheim.

"Davon werden wir zwei Waschmaschinen anschaffen", sagte Charlotte Kaufmann. "Eine für die Quarantänestation, die zweite für die Krankenabteilung der Katzen. "Damit können wir das Ausbreiten von Krankheiten eindämmen." Denn bisher wird die anfallende Wäsche über das Gelände und an den gesunden Katzen vorbei getragen. "So können sich Bakterien und Keime leicht verteilen." Schon in den nächsten Tagen wird eingekauft. Bei aller Freude - Gerd Gröne-Gormanns ärgert sich: "So etwas absolut Notwendiges wie Waschmaschinen müssten eigentlich selbstverständlich vorhanden sein."

Die finanzielle Situation des Tierheims sei ausgesprochen angespannt. Allein 30 Hunde könnten nicht vermittelt werden. Sie wurden vom Ordnungsamt aus verwahrlosten Wohnungen geholt und in die Einrichtung gebracht. "Da die Eigentümer auf Rückgabe der Tiere klagen, bleiben sie im Tierheim, müssen gefüttert und versorgt werden - kosten Geld." Zusätzliches Problem sei die schwindende Spendenbereitschaft. "Wir sind auf jeden Cent angewiesen", betonte Gerd Gröne-Gormanns. Um so glücklicher sei er über die Spende der jungen Leute.

Beim Rundgang durch die Anlage hören die ehemaligen Gymnasiasten aber auch nette Geschichten. Wie die von dem Ehepaar aus Krefeld, das regelmäßig zum Tierheim am Hülserkamp kommt, um die freilaufenden Katzen zu füttern. Und beim Anblick der niedlichen Katzen und sehnsuchtsvollen Augen der Hunde wissen die Tierfreunde, dass sie alles richtig gemacht haben.

(RP)