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Landgericht Mönchengladbach: Mehrjährige Haftstrafen für Überfall

Landgericht Mönchengladbach : Mehrjährige Haftstrafen für Überfall

Zwei Männer hatten im vorigen Jahr eine 68-Jährige in deren Wohnung überfallen, sie gefesselt sowie Geld und mehrere Wertgegenstände erbeutet. Die beiden vorbestraften Männer müssen nun zudem in eine Entziehungsklinik.

Für ihren Überfall auf eine Rentnerin müssen zwei Männer mehrjährige Haftstrafen verbüßen. Die 2. Große Strafkammer des Landgerichts verordnete am Freitag außerdem für beide die Unterbringung in einer Entziehungsklinik. Die 36 und 39 Jahre alten Männer hatten die Tat vor Gericht eingeräumt.

Laut Anklage sollen beide im September 2019 eine 68-Jährige in ihrer Wohnung überfallen, mit Klebeband gefesselt und etwas Bargeld, eine EC-Karte, Schmuck, ein Handy sowie einen Laptop erbeutet haben. Mit der erbeuteten Karte sollen sie 95 Euro vom Konto der Frau abgehoben haben. Laut Aussage des Opfers hätten sich die Männer in ihrer Wohnung sehr sicher gefühlt, rund eine Stunde dort verbracht. Ein Mann sei bei ihr geblieben, während der andere alles durchsucht hätte. Beide hätten sie gefesselt und geknebelt zurückgelassen, zuvor noch das Telefonkabel zerschnitten.

Beide Angeklagten hatten vor Gericht erklärt, den Überfall spontan aus Angst vor drohenden Entzugserscheinungen begangen zu haben. Dies nahm ihnen die Vertreterin der Staatsanwaltschaft allerdings nicht ab: In der angeklagten Tat sei ein „gewisses Muster“ zu vorigen Anklagen zu erkennen, beide Männer hätten sich zuvor schon Zutritt zu den Wohnungen wehrloser Frauen verschafft, teilweise auch unter Einsatz von Gewalt. Sie forderte wegen erpresserischen Menschenraubs in einem minderschweren Fall für den 36-Jährigen sechs Jahre und drei Monate, für den 39-Jährigen fünf Jahre und zwei Monate sowie in beiden Fällen die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Beide Männer sind mehrfach vorbestraft, der 36-Jährige in 13 Fällen. Zudem verbüßte er eine achtjährige Jugendstrafe wegen des Mordes an einer 84-jährigen Rentnerin, die ihn überraschte, als er ihre Wohnung ausraubte. Der 39-Jährige wurde bereits 17-mal verurteilt. Beide Verteidiger forderten für ihre Mandanten jeweils vier Jahre sowie die Unterbringung in einer Entziehungsklinik. Eine Sachverständige hatte zuvor erklärt, bei den Männern sei eine geminderte Schuldfähigkeit wegen ihrer Drogensucht nicht auszuschließen. Die Kammer verurteilte die Angeklagten letztlich wegen schweren Raubs, Freiheitsberaubung sowie Computerbetrugs, den 36-Jährigen zu sieben Jahren und neun Monaten, den 39-Jährigen zu fünf Jahren. Beide sollen zudem einen Entzug machen.