Mönchengladbach: Land beschließt: Nur im Eli gibt es in Mönchengladbach eine Geriatrie

Mönchengladbach : Land beschließt: Nur im Eli gibt es in Mönchengladbach eine Geriatrie

Die 2012 neu gebaute Geriatrie-Abteilung im städtischen Elisabethkrankenhaus bleibt die einzige in Mönchengladbach.

Das NRW-Gesundheitsministerium will die Anträge des Neuwerker Krankenhauses "Maria von den Aposteln" und der Kliniken Maria Hilf, die ebenfalls Betten für Altersmedizin anbieten wollten, ablehnen. So teilt es das Ministerium den Geschäftsführern der Kliniken vorab in einem Schreiben mit. Das Eli darf künftig nur noch weniger Betroffene behandeln. Statt bisher 135 Betten genehmigt das Land nur noch 95. Das ist allerdings ziemlich genau die Kapazität, auf die der Neubau ohnehin ausgerichtet ist. Er bietet Platz für 76 bis 80 stationäre Betten und 15 weitere als Tagesklinik.

Im Eli seien in den vergangenen beiden Jahren nie auch nur annähernd alle Betten ausgelastet worden, argumentiert das Land. Das Krankenhaus selbst hatte erneut 135 Betten beantragt, aber schon vorab signalisiert, auch mit weniger zufrieden zu sein - so denn dafür zusätzliche Geriatriebetten in Neuss oder Grevenbroich eingerichtet würden. Genau so will das Land nun verfahren und eine zweite Geriatrie im Rhein-Kreis Neuss genehmigen.

Das Gesundheitsministerium lobt die Qualität der Abteilung in den Städtischen Kliniken. Das Angebot entspreche voll den Anforderungen des Bundesverbandes Geriatrie. Unzureichend dargestellt fand das Land hingegen den Antrag der Kliniken Maria Hilf, die 40 Betten einrichten wollten. Das wird Mönchengladbachs größtes Krankenhaus indes leicht verschmerzen können. Die Geriatrie, die bisher nicht zum Leistungsangebot gehört, wäre für das Maria Hilf nur eine zusätzliche Einnahmequelle gewesen.

Schwerer dürfte die Absage des Landes das ungleich kleinere Neuwerker Krankenhaus treffen, das gleich 60 zusätzliche Betten hatte bereitstellen wollen. Die Klinik hatte Demenz und Alterstraumatologie als Schwerpunkte definiert. Dazu befindet das Ministerium: "Ich halte diese Spezialisierung für gefährlich und befürchte, dass diese zu Lasten der Grundversorgung der Bevölkerung mit den notwendigen geriatrischen Leistungen gehen würde", heißt es in dem Schreiben an die Geschäftsführer der Kliniken in der Region.

Experten halten die Altersmedizin für einen Wachstumsmarkt. Davon profitieren in der Region vorerst nur die Krankenhäuser in Viersen-Süchteln und in Neuss. In beiden wird das Angebot ausgeweitet.

(RP)
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