Mönchengladbach: Ladendieb beachtete Hausverbote nicht

Mönchengladbach : Ladendieb beachtete Hausverbote nicht

23 Straftaten wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten (31) vor. In einem Sicherungsverfahren vor der Ersten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts soll geprüft werden, ob der 31-Jährige, der seit Jahren an Schizophrenie leidet, in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss.

So soll der Mann, der zur Tatzeit obdachlos war, nahezu täglich in Geschäften an der Hindenburgstraße Ladendiebstähle begangen haben. Trotz Hausverbots langte der Gladbacher in die Ladenregale und lief mit der Beute davon. Verkäufer schilderten ihre Begegnungen mit dem 31-Jährigen so: "Der ist hier bekannt, kommt immer wieder, nimmt Sachen und geht raus".

Auch in Mönchengladbacher Kaufhäusern griff er hemmungslos zu. Vor allem Textilien und Parfüms hatten es ihm offenbar angetan. Der Ladendieb soll so seinen Drogenkonsum finanziert haben. Neben den Diebstählen wird ihm auch der Besitz von kleinen Rauschgift-Mengen vorgeworfen. So soll der 31-Jährige am 19. März 2009 0,18 Gramm Heroin und am 5. April 2009 0,23 Gramm Heroin besessen haben. Außerdem soll er zwei Minderjährigen Ecstasy-Pillen und Amphetamin zum Kauf angeboten haben. Das wurde allerdings gestern von einem 17 Jahre alten Zeugen nicht bestätigt. Der junge Mann erinnerte sich zwar an einen Kontakt mit dem Junkie, den er schon oft in der Stadt beobachtet hatte: "Der rannte immer hektisch durch die Straßen und hielt sich des öfteren im Kreis von Alkoholikern auf". Aber bei der Begegnung mit dem 31-Jährigen sei nicht über Drogen gesprochen worden.

Wurde der Dieb in flagranti ertappt, soll er auch schon mal aggressiv reagiert haben. Als er am 22 Januar in einer Gladbacher Drogerie fünf Flaschen Parfüm stahl, wollte ihn ein Mann festhalten. Doch der Dieb bewarf den Mann mit einer Parfümflasche und biss ihn in den linken Daumen. Trotzdem entkam der Dieb nicht, wurde er doch von zwei Passanten festgehalten. "Aggressiv habe ich ihn nicht erlebt", erinnerte sich dagegen der Betreuer des Gladbachers. Allerdings hinterlasse der Mann Wohnräume "völlig verwohnt" und zeige sich ohne Krankheitseinsicht. Das Sicherungsverfahren wird mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

(RP)
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