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Zonta finanziert Workshop mit Fotokünstlerin Meike Hahnraths in Mönchengladbach

Mönchengladbach : Schön durch Selbstbestimmung

Die Fotokünstlerin Meike Hahnraths realisierte ein Workshop-Projekt mit Bewohnerinnen des Frauenhauses.

Es sind oft Details, die einen Menschen äußerlich erstrahlen lassen und innerlich das Selbstwertgefühl zum Klingen bringen. Meike Hahnraths kennt die Magie der Impulse, die Denken, Handeln und darüber die Selbstwahrnehmung positiv beeinflussen. „Es geht uns nicht darum, Äußerlichkeiten mehr Gewicht zu geben als charakterlichen Vorzügen, kreativen, emotionalen und anderen Fähigkeiten. Doch diese Äußerlichkeiten sollen einmal in den Fokus rücken, weil Menschen zunächst über Sehen, Riechen und Hören wahrgenommen und bewertet werden“, stellt die Fotokünstlerin klar.

Unterstützt vom Expertenteam mit Friseurmeister Rainer Duckstein und Netzwerkerin Vera Funk sowie der von Klara Ermeding zusammengestellten Brillenauswahl realisiert sie den Workshop „Schubladen“ für eine Gruppe von Frauen aus dem Frauenhaus. Finanziert wird die Aktion vom Zonta Club Mönchengladbach II mit dem Erlös aus der Benefizveranstaltung zum 30-jähigen Clubbestehen. Die Zontians unterstützten das Projekt als Beitrag zur Stärkung eines Selbstwertgefühls, das durch physische und psychische Gewalt Schaden nahm.

Der Sozialdienst katholischer Frauen bietet im Jugendhaus Am Steinberg einen großzügigen Aktionsraum mit reichlich Platz für mitgebrachte Utensilien und ein mobiles Fotostudio. „Das Projekt ist schon sehr wichtig für die Frauen. Es tut ihnen gut“, betont SKF-Geschäftsführerin Birgit Kaatz. Die Fotos der Beteiligten werden nicht veröffentlicht, ihre Namen nicht genannt. Ihre Anonymität muss geschützt werden, erklärt dazu Sabine Machado vom Frauenhaus.

Zu Beginn ist jede Teilnehmerin aufgefordert, Erwartungen an den Tag zu nennen. Die meisten hoffen, überrascht zu werden. Erst an zweiter Stelle steht der Wunsch, schöner auszusehen. Nur eine wagt, auf ein vorteilhaftes Porträt beim abschließenden Fotoshooting zu hoffen. Bei der Farbtypenbestimmung mittels verschiedenfarbiger Schals leuchtet oft ein Lächeln auf, wenn offensichtlich wird, wie wenig es zuweilen braucht, um das Ich strahlen zu lassen. Eine 24-Jährige freut sich, wie viele Brillenformen ihr hübsches Gesicht vorteilhaft unterstreichen würden, wenn sie eine Sehhilfe benötigen sollte. Meike Hahnraths gibt Tipps, lässt wirken, drängt keine Meinung auf. Jede muss für sich entscheiden, was ihr guttut.

„Die Person muss als Ganzes gesehen werden zum Beispiel in ihrer Körpergröße und Gesichtsform, um das Beste herauszufiltern“, sagt Duckstein. Bei einer 57-Jährigen greift der Friseurmeister zur Schere und zaubert einen flotten Kurzhaarschnitt. Mit den fallenden Haarspitzen vertieft sich das Lächeln der Frau, die ihre Verwandlung mit trockenem Humor kommentiert.

„Das ist hier alles sehr schön. Ich habe mich auch sehr bemüht, heute frei zu haben“, fasst eine hübsche 46-Jährige die Eindrücke zusammen. Das finale Fotoshooting gerät zur Farbexplosion, denn alle Teilnehmerinnen können gut Farben tragen. „Bei den Fotos ist es mir wichtig, die Frauen selbstbewusst und stark aussehen zu lassen“, betont Meike Hahnraths. Sie weiß um die Wirkkraft der Bilder auf dem Weg zur positiven Selbstwahrnehmung.