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Theater Mönchengladbach zeigt eine ausgezeichnete Videoproduktion zu "Anne Frank"

Theater in Mönchengladbach : Zwei Annes im Bunker

Das Theater Krefeld-Mönchengladbach hat zwei Bühnenfassungen des „Tagebuchs der Anne Frank“ zu einer sehr sehens- und hörenswerten Videoproduktion verschmolzen. Aufgenommen ist sie im Bunker Güdderath.

Die Idee, aus den beiden Bühnenfassungen des „Tagebuchs der Anne Frank“ ein neues Ganzes zu formen, ist spannend. Weil das Theater mit der Schauspielerin Vera Maria Schmidt und der Sopranistin Penny Sofroniadou zwei begabte Ensemblemitglieder hat, die in dieser Spielzeit je die Theater- und die Musiktheaterfassung spielen, entwickelte Regisseurin Katja Bening eine Video-Fassung, die Ullrich Bohn  vom Theater realisierte. Ort: Der Güdderather Kunstbunker von Zdzislawa Worozanska-Sacher und Bernhard Petz. Hier hatte schon die Monooper von Grigori Frid Premiere. Von Anfang an als Online-Format gedacht, luden die Theaterleute zur Premiere (gegen Eintrittsgeld) auch ins Theater ein. Zeitgleich waren auf Facebook zwischen 40 und 60 Zuschauer dabei, samt Live-Chat, an dem sich eine Handvoll Insider, unter anderem Safraniadous Mama, beteiligten. Im Theater war anschließend ein Publikumsgespräch geplant. Die Qualität des Projekts zeigt sich im Stream, egal ob live oder in den kommenden zwei Wochen online (Link: https://theater-kr-mg.de/). Und sie ist gut. Die Macher um Katja Bening haben einen Rahmen auf der Picknickdecke erfunden, im Laufe des knapp 50-minütigen Films gelingt ihnen mehr und mehr, die beiden Annes zusammenzubringen, sie gegenüberstellend zu verschmelzen. Text und Musik ergänzen, verstärken einander.  Bis auf ein paar Ausnahmen sind die Schnitte und Überblendungen feinfühlig gelungen, die Atmosphäre in den bizarren Betonwänden tut ein übriges. Ein dichtes, ein berührendes Stück. Angucken! Armin Kaumanns