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Theater Krefeld-Mönchengladbach: Postcast mit Schauspieler Philipp Sommer über Jeanne d'Arc

Theater in Mönchengladbach : Theater-Podcast: Auf den Spuren von Jeanne d’Arc

Johanna von Orléans kommt erst im kommenden Jahr auf die Bühne des Theaters Mönchengladbach. Jetzt gibt es bereits ein Hörspiel von Schauspieler Philipp Sommer, Regisseurin Maja Delinic und Dramaturg Martin Vöhringer, das die Vorgeschichte der Jeanne d’Arc beleuchtet.

Die Theaterfassung wird erst im kommenden Jahr auf den Bühnen von Krefeld und Mönchengladbach zu sehen sein. Doch per Podcast führt Schauspieler Philipp Sommer bereits ab Samstag, 23. Mai, in das Projekt „Der Fall d´Arc“ ein. „Als das Theater mit der Idee an uns herantrat, haben wir uns bewusst für eine Hörspielversion entschieden. Die visuelle Fassung heben wir uns für die Bühne auf. Das Hörspiel ist eine Art Vorgeschichte, ein Prequel zu dem, was die Theaterbesucher dann erwartet“, sagt der 32-Jährige.

Mit „wir“ schließt er Regisseurin Maja Delinic und Dramaturg Martin Vöhringer ein. Peter Issig, verantwortlich für das Sounddesign, steuert artifizielle Musik bei. Der gespenstisch anmutende, unheimliche Sound passe sehr gut als Klangkulisse, urteilt Sommer.

Das Hörspiel ist nicht nur Hinführung zum Thema, sondern im neu entwickelten Konzept um eigenständige Elemente bereichert. Es werden Figuren zu Wort kommen, die in der Bühnenfassung nicht auftauchen, wie Johannas Vater Jacques und der zwiespältige französische Bischof Cauchon. Sommer verkörpert die Johanna und schlüpft aber auch in andere Rollen hinein.

Insgesamt vier Folgen von jeweils 20 Minuten thematisieren in zwei parallelen Handlungssträngen die historische, dramatische Geschichte sowie Sommers persönliche Recherche während einer Reise mit dem Motorrad auf den Spuren der Johanna. Die Person Johanna fasziniere ihn seit Jugendtagen, bekennt der Schauspieler.

Sommer will am Fall d´Arc verschiedenen Sujets nachspüren, zum Beispiel der Bedeutung von Geschlechterrollen und Jungfräulichkeit in der Gesellschaft damals und heute. Wichtig sei auch die Frage, wie weit der Bösewicht gute und der Held dunkle Seiten haben könne. Zur Besetzung mit ihm als Mann in einer Frauenrolle bekennt Sommer, dass die Rollen Jeanne d´Arc und Macbeth für ihn ein Muss seien. Zudem sei es spannend, in der Inszenierung als Mann eine Frau zu spielen, die als Mann wahrgenommen werden will. „Es ergibt sich eine doppelte Drehung der Gegengeschlechtlichkeit und damit die Frage, warum das Geschlecht so wichtig ist. Maja Delinic spricht vom Körper als Politikum“, sagt Philipp Sommer.

Info Vier Folgen abrufbar unter theater-kr-mg.de/podcast am 23. und 30. Mai, 6. und 13. Juni, jeweils 19.30 Uhr.