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Taschenlampenkonzert in Mönchengladbach

Musik in Mönchengladbach : Singen und spielen beim Taschenlampenkonzert

Gut 1000 Besucher waren zu der beliebten Kult-Veranstaltung für Familien in den Park der Volksbank an der Neuwerker Senefeldstraße gekommen.

„Das war ein richtig schönes Konzert“ sagte der achtjährige René hinterher mit Inbrunst, und seine Mutter strahlte: „Wenn es Dir gefallen hat, bin ich zufrieden.“ Das Konzert war die seit Jahren vom Initiativkreis Mönchengladbach erfolgreich initiierte Veranstaltung, bei der die Kinder im Mittelpunkt stehen. In diesem Jahr durften nach Corona-Regeln statt der ansonsten 2000 Besucher nur die Hälfte teilnehmen – nach 3G-Vorgaben überprüft und auf feste Plätze ver­pflichtet.

Der sehr geeignete Ort für diesen Abend war der weitläufige Park der Volksbank an der Neuwerker Senefeldstraße – geeignet vor allem wegen der Auslaufmöglichkeiten für kleinere Kinder, die nicht eineinhalb Stunden auf ihrem Platz sitzen können. Da war auch für den Fall von Durst und Hunger vorgesorgt – außerdem konnten Vergessliche noch bunte Leuchten erwerben.

Schirmherr der ausverkauften Veranstaltung war Franz Dierk Meurers, Vorstand der Volksbank. Er hieß seine Gäste mit freundlich-aufmunternden Worten willkommen – und los ging‘s mit der in Berlin beheimateten Band Rumpelstil, die vor vier Jahren zum letzten Mal das Taschenlampenkonzert musikalisch bestritten hatte.

  • Chorleiter und Pianist Michael Decker.
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  • Bernhard Petz spielt Tuba bei den
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  • Max Raabe und sein Palast-Orchester.
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Blanche Elliz, Peter Schnederlein, Max Vonthien und Jörn Brumme sangen nicht nur in der aufwändigen, mit viel bestens funktionierender Technik ausgestatteten Konzertmuschel – sie schlüpften auch in verschiedene Rollen und bedienten Akkordeon, Gitarre, Keyboard und diverse Schlaginstrumente.

Ein Lob gebührt der Lichtregie, die – immer am Grad der Dunkelheit orientiert – eindrucksvolle Stimmungen zauberte.

Die Liedauswahl der Berliner Gäste war unterschiedlich gut. Sehr schön gelangen „Alle Kinder brauchen Freunde“, die „Rattenhochzeit“ oder das lustige „Telefonieren mit dem Wetterdienst“ (was sich an diesem Abend aufgrund des Bilderbuchwetters erledigt hatte).

Sobald eingängige Reime ein Lied beschlossen, waren die Kinder animiert mitzusingen. Das taten sie dann auch mit Eifer – beispielsweise „Hauptsache Du weißt, wie Dein Lieblingsbuch heißt“ oder „Ich bin Kai und seit Mai bei der Polizei“.

Andere selbst geschriebene Texte der mal swingend, mal rockig und mal heimelig wirkenden Lieder von Rumpelstil waren nicht immer kindgerecht und interessierten die kleinen Besucher weniger. Sie suchten sich zwischendurch Spielkameraden auf der Wiese.

Wenn allerdings, wie es Renés Mutter tat, die Eltern mitsangen oder auch mal mit ihren Kindern tanzten, war das Interesse verständlicherweise viel größer. Die Erwachsenen – vor allem die Väter  lief meist ins Leere – trotz des Ratschlags „mal wie auf dem Fußballplatz“. Da waren generell die Muttis um Einiges mutiger.

Auch eine Taschenlampenprobe musste her. Denn schließlich sollte zum Schluss ein imposantes Lichtermeer erzeugt werden. Das erwies sich für die Kinder als die leichteste Übung. Sie hatten großen Spaß mit ihren weißen oder bunten Leuchtkörpern – dazu kamen noch Stirnlampen, Fahrradlampen, glitzernder Haarschmuck und diverse Leuchtbänder. Warum allerdings das Anleuchten von Sängerin Blanche Elliz stets mit dem herabwürdigenden „Funzeln“ beschrieben wurde, bleibt ihr Geheimnis.

Als ein ganz und gar gelungenes Experiment erwies sich ein Kanon – gesungen nach der bekannten Melodie von „Bruder Jakob“. Da wetteiferten äußerst klangschön und mit vollem Einsatz die in zwei Chöre – in Spatzen und Nachtigallen – aufgeteilten Besucher miteinander.

Schließlich wurde es dunkel, und dann hieß es „Tausend kleine Taschenlampen schreiben heut‘ für groß und klein ihre ganz geheimen Wünsche in den Abendhimmel ein“. Das gab eine wunderschöne Stimmung, die die Kinder sicher nicht so leicht vergessen werden.

Immer mehr Kinder trauten sich schließlich, ganz nahe an die Bühne zu gehen, um die Bandmitglieder besser beobachten zu können. Auch denen schien der Abend Spaß gemacht zu haben, denn sie verabschiedeten sich mit: „Ohne groß zu lügen – auch uns war‘s ein Vergnügen.“