Sommermusik: So war das Konzert von Culcha Candela in Mönchengladbach

Ein bisschen Reggae, ein bisschen Gaga : So war das Konzert von Culcha Candela in Mönchengladbach

Die Berliner Kult-Band Culcha Candela sang und rappte das Publikum bis zur Extase. Die Live-Show auf der Bühne der Sommermusik im herrlichen Ambiente des Rheydter Schlosses geriet zur ausgelassenen Party.

Laut, fiebrig, mitreißend! So ist die Live-Show der Berliner Band Culcha Candela. Hier gibt es keine leisen Töne und keinen Stillstand. Mit Hip-Hop, Reggae und Dancehall schaffen die Jungs und ihre Backgroundsängerinnen einen fiebrig elektrisierenden Sound. Der macht es ihnen offensichtlich unmöglich, auch nur einen Moment ruhig zu verharren. Mit selbst choreographierten Moves und den charakteristischen Gesten ihres Genres füllen sie die große Bühne der Sommermusik Schloss Rheydt immer auch körperlich aus. Schon bald greifen sie im schweißtreibenden Auftritt zu den bereit gelegten Handtüchern. Glücklich, wer ein solches fängt, wenn es über den Bühnenrand fliegt.

Die Besucher sind vom ersten Moment an elektrisiert. Auch sie geben alles: Mit schwenkenden Armen nehmen sie die Rhythmen auf. Inbrünstig singen sie die Refrains. Zum „Candela Spaziergang“ werden sie zur wandelnden Menge. Immer wieder bekunden sie mit ohrenbetäubender Lautstärke ihre Begeisterung. Wer in der Erwartung gekommen ist, ein vorwiegend junges Publikum zu treffen, sieht sich getäuscht. Von acht Jahren bis 60 plus ist so ziemlich jedes Lebensalter vertreten.

Das Warm-Up zuvor bot mit Singer/Songwriter Jona und dessen Begleiter Julian den beinahe größtmöglichen Gegenpol zur energiegeladenen Live-Show. Der Einstieg mit Liedern von der Liebe und deren Scheitern ist verhaltener, emotional und in der Beschränkung auf die mitgebrachten Gitarren geradezu minimalistisch. Nach der Umbaupause beginnt mit Culcha Candela auch die Lichtershow. Blaues Licht flutet die Bühne, als DJ Chino im wabernden Farbnebel Position einnimmt. Der Herzschlag der Menge steigt und entlädt sich im frenetischen Willkommensgruß, als die Sänger mit ihrer Entourage der Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen auf die Bühne folgen.

Culcha Candela singt und rappt sich durch den Abend, wiegt sich zum Rhythmus im Sprechgesang. Die Gruppe singt Deutsch und wechselt mittendrin zu Englisch, Spanisch. Zum „Una Cosa – schöne neue Welt“ klingt inhaltlich Gesellschaftskritik an, doch auch hier lodert mitreißende Energie. Der Auftritt gerät in aufgeladener Dynamik zur pulsierenden Party. Im flammend roten Scheinwerferlicht wird das „Berlin City Girl“ für einen Moment zum „Mönchengladbacher Girl“. Die Anrede an die Fans ist direkt. „Ihr müsst lauter singen als wir“, heißt die Ansage zum spontanen Contest. Auch hier geben die Mönchengladbacher und die vielen auswärtigen Fans ihr Bestes.

Die Berliner Gäste loben die Energie ihres Publikums und das besondere Ambiente im Schlosshof. Sie versprechen „ein kleines bisschen Reggae, ein kleines bisschen Gaga“. Bald kündigt der DJ mit Hip-Hop den Wechsel zum „Autobiografischen“ an. Der Adrenalinspiegel der Fans steigt abermals. Fast am Ende gibt es einen Mini-Spanischkurs für den Refrain „No tengo problema“. Zur Zugabe kommen die Songs, die manche Fans in erwartungsvoller Spannung vor Showbeginn leise summten: „Hamma“ und „Monsta“.

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