Mönchengladbach : Quirine Viersen ist Solistin im dritten Sinfoniekonzert

Im Theater wird Samuel Barbers Cellokonzert gespielt.

Um eventuellen Gerüchten und Widersprüchen gleich energisch vorzubeugen: weder findet das dritte Sinfoniekonzert der Niederrheinischen Sinfoniker in Viersen statt, noch wohnt die Solistin in der Nachbarstadt. Richtig ist allerdings, dass sie Quirine Viersen heißt. Sie kommt aus den Niederlanden und bringt als Empfehlung den Gewinn des renommierten Tschaikowsky-Preises 1994 in Moskau mit.

Am 12. und 13. Dezember, jeweils 20 Uhr, wird sie im Konzertsaal des Theaters an der Odenkirchener Straße Samuel Barbers Cellokonzert spielen, ein Werk, dem man in Konzertsälen nur selten begegnet. Mit den Niederrheinischen Sinfonikern wurde es noch nie aufgeführt. Diego Martin-Etxebarria muss nicht lange überlegen, woran das liegt. Der erste Kapellmeister des Theaters und Stellvertreter des Generalmusikdirektors Mihkel Kütson wird das Konzert dirigieren. Er hat hat die Partitur genau studiert und weiß: „Die Schwierigkeiten fürs Orchester sind überschaubar. Aber die Solostimme ist ungeheuer schwer, noch schwerer, als sie klingt. Deshalb meiden viele Cellisten dieses Konzert, Quirine Viersen gehört zu den Ausnahmen.“ Musikalisch ist das Konzert eher konventionell konzipiert. Die Harmonien bleiben weitgehend im tonalen Rahmen; die ersten beiden Sätzen betonen das melodische, der dritte das rhythmische Element.

Eingeleitet wird der Abend mit „Façades“ von Philip Glass. Das 1981 uraufgeführte Werk dauert zehn Minuten. Es besteht aus einem Thema von 22 Takten, das sechsmal wiederholt wird. Die Begleitung bleibt gleich, nur die Melodie in den Flöten wird jedes Mal leicht verändert. Man kann das Werk zur Sparte „Minimal Music“ zählen, auch wenn der Komponist davon nichts wissen will. Glass, der sich intensiv mit der Musik Indiens und Nepals beschäftigt hat, ließ sich durch fernöstliche Meditationsformen inspirieren.

Wer Mozarts 39. Sinfonie in Es-Dur kennt, wird sie wahrscheinlich anders als gewohnt hören. Etxebarria, ein Freund historisch informierter Aufführungspraxis, lässt eine relativ kleine, fast kammermusikalische Besetzung musizieren. Die Streicher spielen zwar auf modernen Instrumenten, aber mit kleineren, lockeren Bogenstrichen als sonst. Vibrato wird zwar nicht unter Strafe verboten, soll aber nur sparsam eingesetzt werden. Die Tempi werden zügig, Bezeichnungen wie „con moto“ (mit Bewegung) ernst genommen. Wurde in der Vergangenheit in dieser Sinfonie oft ein tragischer Grundzug gesehen, so wird jetzt das Fröhliche, das Lebensbejahende betont.

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