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Mönchengladbach: Schätze aus rheinischen Gotteshäusern

Mönchengladbach : Schätze aus rheinischen Gotteshäusern

Der Verein für christliche Kunst im Erzbistum Köln und im Bistum Aachen hat ein lesenswertes Buch über die Schatzkunst in rheinischen Kirchen und Museen herausgegeben. Darin findet der Gladbacher Münsterschatz viel Raum.

Mit der Ausstellung zum Münsterschatz hat das Museum Schloss Rheydt die lange im Verborgenen gehaltenen Reliquiengefäße, Becher, Bilder, Statuen und Büsten der Gladbacher Pfarrgemeinde St. Vitus ans Licht gebracht. Auch wenn die darin enthaltenen Reliquien, soweit noch vorhanden, die eigentlichen Heiligtümer sind, bewundern die Besucher noch mehr die Kunst von Gold- und Silberschmieden, Schnitzern, Holzschneidern und Kunststickern. St. Vitus ist nicht die einzige Gemeinde, die ihre Schätze der Öffentlichkeit präsentiert. Der Verein für christliche Kunst im Erzbistum Köln und Bistum Aachen (VCK) hat sich in den beiden Bistümern umgesehen und in einem neuen Buch einige Schatzkammern vorgestellt.

"Schatzkunst in rheinischen Kirchen und Museen" heißt das 247 Seiten umfassende Werk. "In den vergangenen zehn Jahren haben sich alle Schatzkammern neu geordnet", ist Wolfgang Bußler, zweiter Vorsitzender des VCK mit 500 Mitgliedern, aufgefallen. In Köln wurde die Domschatzkammer vor zehn Jahren neu gestaltet und eingeweiht, die Schatzkammer des Aachener Doms wurde bereits 1995 neu konzipiert, in der vergleichsweise kleinen Kirche St. Johann Baptist in Aachen-Burtscheid wurde in den Kreuzgangflügeln eine Dauerausstellung eingerichtet und in Kempen eine Klosterkirche zum Museum gemacht.

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"Das sind alles Beispiele, die uns auch als Vorbild dienen, um den Münsterschatz nach der Ausstellung neu zu präsentieren", erzählt der emeritierte Propst Dr. Albert Damblon. Die Planungen für die Präsentation laufen auf Hochtouren, die Umsetzung wird rund 100 000 Euro kosten. Einen Teil davon trägt der Münsterbauverein. Auch in die Renovierung der Schatzkammer im Münster wurde mit Unterstützung des Bistums investiert, wie Albert Damblon berichtet.

"Das Buch zeigt, dass eine Schatzkammer nichts Verschlossenes ist", hebt Bußler hervor. "So dass jeder Besucher und gläubige Christ die Schätze sehen kann." Einen ersten Eindruck erhält der Leser durch die intensiven Fotos in dem Buch. Nicht nur die Räume sind dabei zu sehen. In Detailaufnahmen können auch einzelne Stücke genauer betrachtet werden.

Insgesamt zwei Jahre haben die 18 Autoren an dem Buch gearbeitet — ehrenamtlich. Dabei haben sie sich in drei Teilen von verschiedenen Seiten aus der Schatzkunst genähert: Im ersten Teil werden unterschiedliche Aspekte analysiert. Die Geschichte und Motive der Reliquienverehrung ist genauso Thema wie die kulturelle Teilhabe, die Präsentation der Schätze oder deren Präsenz in Kirchen. Im zweiten Teil werden neun Schatzkammern mit ihrer Geschichte, den wichtigsten Stücken sowie den dahinter stehenden Präsentationskonzepten vorgestellt. Am Schluss des Buches finden sich Adressen und Öffnungszeiten der öffentlich zugänglichen Schatzkammern in den beiden Bistümern mit einer Kurzbeschreibung der Schätze.

Das Buch ist im Verlag Schnell & Steiner erschienen und kostet 24,95 Euro.

(gam)