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Parcours in Mönchengladbach: Rundgang am Wochenende der offenen Ateliers

Kultur in Mönchengladbach : Vom Suchen und Finden der Kunst

Bilder, Skulpturen, Installationen. Angesichts von so viel Kunst sind Parcours-Besucher gezwungen, eine Auswahl treffen. Ein möglicher Rundgang von vielen und ein enttäuschter Künstler.

31 Ateliers, elf Kunstorte – die Kostenpflichtiger Inhalt 23. Auflage des Kunstparcours bot einen komplexen Überblick über das kreative Schaffen  in Gladbach und stellte alle Interessierten zugleich vor eine nicht zu bewältigende Aufgabe. Es war schier unmöglich, alle Ausstellungen zu besuchen.

„Drei bis vier Stationen nehme ich mir vor“, sagt etwa die Besucherin, die sich im Atelier von Marlene Dammers in Voosen eingefunden hatte. Sie ist froh, dass endlich wieder kulturelle Vielfalt möglich ist nach der Zeit der Corona-Pandemie. Marlene Dammers, die in ihrem Atelier neben ihren Gemälden auch die Werke ihrer drei Freundinnen Barbara John, Yvonne Klaffke und Edith Küsterts ausstellt, beteiligt sich schon seit Jahren am Wochenende der offenen Ateliers. „Ich habe in den Vorjahren nie Leere gehabt an den Tagen“, meinte die Künstlerin, deren Atelier sich auf den kompletten Dachboden einen Bauernhauses erstreckt.

So unterschiedlich wie die Genres, so unterschiedlich sind auch die Ateliers. Karl-Heinz Heming sagte: „Holz ist mein Material.“ Ihn und sein Atelier an der Aachener Straße zu entdecken, ist nicht so einfach. Da ist der digitale Parcours-Führer von Vorteil. Das Atelier befindet sich hinter einem Ladenlokal in einer ehemaligen Werkstatt, die nur durch eine Toreinfahrt zu erreichen ist.

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Heming ist wie Dammers froh, dass der Parcours wieder stattfindet, um in Kontakt mit Kunstinteressierten zu treten. In den vergangenen eineinhalb Jahren hatte er, der sonst häufig ausstellt, gerade einmal an zwei Gemeinschaftsausstellungen in Krefeld teilnehmen können.

Gerne hätte Robert Heijkoop in diesem Jahr am Parcours teilgenommen. „Man hat mich vergessen“, beklagt er in seinem Atelier unter dem Dach eines Wohnhauses in der Innenstadt, „nachdem ich in den Jahren zuvor immer mitgemacht habe.“ Seine Adresse ist im digitalen Parcoursführer dem Namen einer anderen Künstlerin zugeordnet, nämlich Yolanda Encabo. Ihr tatsächliches Atelier ist im Faltblatt zum Parcours abgedruckt, das in großer Zahl auch Heijkoop geschickt worden war. Er selbst ist nirgendwo zu finden.

 „Robert Heijkoop ist eigentlich ein guter Maler“, kommentiert Ingo Wegerl das Missgeschick. Er lädt in einer völlig andere Umgebung ein. Sein Atelier am Rotdornweg in Rheydt befindet sich in einem Wohnhaus. Seine Gemälde stellt er im großräumigen Wohnzimmer aus. Wie seine Kollegen ist er ziemlich unbeschadet durch die Corona-Zeit gekommen. „Wir arbeiten eh meistens allein und in ruhiger Abgeschiedenheit“, sagt Wegerl, der täglich in seinem Atelier steht. Am Parcours beteiligt er sich erst zum zweiten Mal; anders als Ora Avital. Sie gehört fast schon zum Inventar der Veranstaltung des Kulturbüros und sieht das Positive der Corona-Pandemie: „Es gab weniger Ablenkung.“ Dennoch freut sie sich auf ihre Besucher: „Die Menschen wollen raus.“

Die ersten Besucher stehen schon im Eingang ihres Ateliers neben der Grundschule an der Eickener Straße, als sie noch mit Aufbauarbeiten beschäftigt ist. „Drei, vier Stationen, mehr sind nicht machbar“, meint die bildende Künstlerin. Dann lasse die Aufnahmefähigkeit nach, zumal es bei jeder Station meist nicht bei einem kurzen Einblick bleibt. „Die Besucher wollen ins Gespräch kommen, wir wollen mit ihnen über unserer Arbeiten reden“, sagt sie. Ora Avital hat gleich das komplette Haus zu ihrem Atelier gemacht. In allen Stockwerken hat sie ihre Installationen und Gemälde ausgestellt.

„Für mich reicht es“, sagte ein Besucher ihres Ateliers am frühen Samstagabbend nach dem geballten Kunstangebot in der Stadt. „Der Akku ist leer.“ Er sieht in dem Parcours eine Aufbruchstimmung.  „Es kommt nach und nach immer mehr kulturelles Leben in die Stadt.“