Niederrheinische Sinfoniker spielten "Gospel goes Classic" im Theater Mönchengladbach

Kultur in Mönchengladbach : Händels Halleluja im Gospel-Gewand

„Gospel goes Classic“ hieß das Motto bei dem städtischen Chorkonzert mit vier Chören und den Niederrheinischen Sinfonikern. Dabei stellte Generalmusikdirektor Mihkel Kütson unter Beweis, dass er auch Salsa tanzen kann.

Vieles war anders als sonst bei städtischen Chorkonzerten. Nicht klassische Kantaten oder barocke Oratorien standen im Theater auf dem Programm – sieht man einmal von Händels berühmtem Halleluja ab. Aber auch das klang anders als gewohnt, mit überraschenden Intervallen und mit schmissigen Rhythmen. „Gospel goes Glassic“, hieß das Motto. In seiner veränderten Fassung passte Händel bestens zu Gospel-Titeln wie „Alpha and Omega“, „Psalm 34 – Taste and see“ oder „My life is in Your hands“.

„Party-Time“ versprach zu Beginn ein Mann, von dem man sich nicht vorstellen konnte, dass Begriffe wie Müdigkeit oder Ruhebedürfnis in seinem Wortschatz vorkommen. Von Beruf ist Gabriel Vealle Informatiker. Aber er muss Musik, Bewegung und Charisma in den Genen stecken haben. Er war der Motor des Geschehens – als Solosänger, Chorleiter, Motivator und Conferencier. Es ließ staunen, wie er Chor und Publikum zu begeistern versteht.

Der große Chor setzte sich aus vier Chören zusammen. Zwei von ihnen leitet Vealle, den Mönchengladbacher „Family of Peace Gospel Singers“ und den Krefelder „Family of Hope“. Den Wachtendonker Gospelchor „Voices“ und den Chor der Liebfrauenschule Mühlhausen leitet Jakob Stauber, der im Konzert als Keyboarder einer vierköpfigen Combo mit von der Partie war. Mit gewohnter Souveränität agierten die Niederrheinischen Sinfoniker. Dass Generalmusikdirektor Mihkel Kütson dirigieren kann, wusste man schon vorher. Nicht unbedingt aber, dass er auch Salsa tanzen kann – was er unter Beweis stellte.

Njeri Weth begeisterte nicht nur als Solosängerin, sondern auch als Komponistin. Viel Beifall erhielt sie für das von ihr komponierte und vorgetragene Lied „Angels“.

Die freudige Stimmung auf der Bühne sprang auf die Besucher über. Noch zwei Zugaben hörte das begeisterte Publikum, darunter noch einmal Händels verändertes Halleluja.