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Neue Rockband aus Mönchengladbach: Leaves in Flames

Rockmusik aus Mönchengladbach : They Rock Around The Clock

Gemeinsam wollen die fünf jungen Musiker von „Leaves in Flames“ durchstarten. Dabei haben sie ein klares Ziel vor Augen: Sie wollen eine neue Liebe zum Rock befeuern. Corona erschwert ihnen diesen Plan.

„Rock Revival“ – so lautet die Mission, die sich die junge Mönchengladbacher (Hard) Rock Band „Leaves in Flames“ auf die Fahnen geschrieben hat. Die fünf Mitglieder fanden eher zufällig als Schulband am Stiftischen Humanistischen Gymnasium zusammen. Für die Bestrebungen der Musiker war dieser Rahmen jedoch schon bald zu eng: „Uns war schnell klar, dass wir mit der Band etwas erreichen wollen und ambitionierte Ziele haben“, erinnert sich Sänger Leander Bußmann.

Nach der Bandgründung im Juli 2018 entstanden im September die ersten eigenen Songs, ihren dritten Auftritt organisierte die Band schon unabhängig von der Schule. Fast zwei Jahre später bleiben den Musikern vor allem ihre Gigs bei der Rocknacht im Jugendheim St. Andreas in Korschenbroich sowie bei dem Festival Rock Neuwerk in besonderer Erinnerung. Einer ihrer wegweisendsten Auftritte war bei einem Bandcontest im Music Store: „Wir waren noch nie so nervös und haben auch noch nie einen so hohen Druck gespürt“. Aus diesen Erfahrungen heraus ist der Song „Pressure“ entstanden.

„Musikalisch zeichnet uns aus, dass wir guten 80s Rock zurückbringen wollen“, sagt Gitarrist Lennart Ryll. Rock sei das Genre, das allen am Herzen liege – dessen Lebensenergie und Dynamik wollen sie mit dem Publikum teilen. „Es ist das beste Gefühl, gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Jeder fühlt diesen Song, den man selber geschrieben und so lange geprobt hat“, beschrieb Bassist Phil Borkhardt die Magie des Auftritts.

Der kreative Prozess beginnt meist damit, dass ein Mitglied den Rest der Band von einer Idee überzeugen muss. „Dann gibt es einen Moment, meist so nach ein bis zwei Stunden, in dem wir uns alle anschauen und wissen, dass der Song funktionieren kann“. Doch egal, ob bei der Probe oder auf der Bühne, wichtig sei das gegenseitige Vertrauen. So sind die Bandkollegen richtig gute Freunde geworden.

Noch enger zusammengeschweißt hat sie das Studiowochenende Anfang Januar in Köln: Drei Tage hintereinander früh aufstehen, nach Köln fahren, bis zu 14 Stunden am Stück Musik machen und erst nach Mitternacht zu Hause sein. „Diese Erfahrung gemacht zu haben, war schon krass. Vor allem, weil wir sonst nur den eher provisorischen Proberaum gewohnt sind“, meint Phil. Auch die Herangehensweise sei ganz anders, im Studio liege der Fokus auf Perfektion. Das erste gemeinsame Hören der Aufnahmen ist allen als besonderer Moment im Gedächtnis – die Band sei spätestens zu diesem Zeitpunkt für jeden zur zweiten Familie geworden. „Wir haben aus Nichts etwas gemacht, das es vorher nicht gegeben hat, darauf sind wir stolz“.

Eigentlich sei es von Anfang an der Plan gewesen, irgendwann ins Studio zu gehen und ein Album aufzunehmen. Dafür richteten „Leaves in Flames“ eine Bandkasse ein, in die sie sämtliche Einnahmen einzahlten. So sammelten sie innerhalb eines Jahres gut 1000 Euro und jeder gab aus eigener Tasche noch etwas dazu, um das Studio zu finanzieren. Natürlich haben die Schüler andere Pläne in der Hinterhand, aber wenn es klappt, würden sie gern ein Leben lang mit der Musik Geld verdienen. „Es ist für uns Zeit, sich hochzukämpfen. Klar, wir haben uns das am Anfang vielleicht einfacher vorgestellt, aber der Spirit ist immer noch da, und trotz Spaß an der Sache nehmen wir das alle ernst“.

An ihren Zukunftsvisionen wollen sie festhalten, auch wenn der Alltag der Band durch Corona auf den Kopf gestellt wurde. Leadsänger Leander ist schon fertig mit der Schule, alle anderen aber stehen in diesem Jahr wie zahllose Schüler vor besonderen Abitur-Herausforderungen. Aber auch die Musik leide, die letzte Probe war Mitte März. „Es stört wirklich, dass wir nicht proben können, weil wir auf der Stelle treten“, sagte Janina Stähn (Rhythmusgitarre). „Zwei Auftritte sind abgesagt worden, das ist blöd für uns. Wir verstehen aber auch, dass zur Zeit alle andere Sorgen haben“.

Bis zum nächsten Frühjahr wollen sie ihr Album herausbringen, dazu werden über das Jahr Singles veröffentlicht. Bevor Corona überstanden ist und über neue Studiotermine oder Festivals nachgedacht werden kann, heißt es nun: Hörer generieren, Leute begeistern. Und natürlich: Keep on rocking.