Mönchengladbach: Neue Jazz-Reihe im Theater : Neue Jazz-Reihe in der Theaterbar

Der Schlagzeuger André Spajic startet ein neues Jazz-Festival. In der Gastronomie des Theaters wird er mit eigenen Formationen bekannte Sänger und Musiker vorstellen. Er sagt: „Ich werde Hochkarätiges in wertigem Rahmen bieten.“

Er hat schon als Kleinkind getrommelt. Aber nicht wie andere Kinder auf ausrangierten Waschmitteltkartons, sondern direkt auf einem Profi-Schlagzeug. Auf dem seines Vaters Ivan Spajic. Der ist ein bekannter Jazz-Schlagzeuger und ließ seinen Sprössling einfach mal machen. Nein, es war kein Zufall, dass André Spajic Schlagzeuger wurde. Die Leidenschaft für dieses Instrument wurde ihm vorgelebt. „Meine Mutter war sicher nicht ganz so begeistert, dass ich in Vaters Fußstapfen trat“, sagt er. Schließlich ist Trommeln immer mit Geräusch verbunden.

Nach dem Abitur am Odenkirchener Gymnasium studierte André Spajic am Konservatorium in Maastricht – Schwerpunkt Schlagzeug selbstredend. Und wie bereits als Jugendlicher trat er auch als Student in diversen Formationen auf. Heute gehört der Musiker zu den festen Größen der Mönchengladbacher Kulturszene und weit darüber hinaus. Er ist Kurator für das Kulturamt Willich, den Kulturring Wegberg, das Kulturamt Brüggen und das Bürgerhaus Reisholz und plant für diese Institutionen Jazzkonzerte mit stets wechselnden Besetzungen. Zudem unterrichtet er in seiner eigenen Schlagzeugschule und als AG-Lehrer am Gymnasium in Odenkirchen.

Vor Jahren initiierte er die Reihe „Jazz im Linol“ und brachte so namhafte Jazzer wie Heiner Wiberny, Sabine Kühlich, Joscho Stephan und Martin Sasse in den Gastroraum des Theaters an der Odenkirchener Straße. Der wurde kürzlich umbenannt, heißt jetzt Theaterbar und wird von André Spajic erneut jazzig belebt werden mit seiner neuen Idee „Jazz@Theaterbar“.

Die ersten beiden Termine stehen. Am Donnerstag, 6. Dezember, 20 Uhr, gibt es ein Christmas-Special mit Soleil Niklasson. Die Sängerin ist in Chicago geboren und in Los Angeles aufgewachsen. Sie fing schon mit fünf Jahren an zu singen und gewann in Zusammenarbeit mit Sänger Oscar Brown Jr. einen Emmy. Für den Kinofilm „Lola rennt“ schrieb sie den Titel Song „Love don’t come easy“. Sie stand mit Musikern wie Billy Preston, Rod Stewart und Stan Getz auf der Bühne. „Soleil Niklasson hat dieses gewisse ,Etwas’, das man nur schwer beschreiben kann“, sagt André Spajic. Begleitet wird die Sängerin vom Blue Motion Trio, das André Spajic gegründet hat. Walfried Böcker am Kontrabass und Martin Sasse vervollständigen das Trio.

Das zweite Konzert am Samstag, 2. Februar 2019, 20 Uhr, bestreitet die Formation Trio Indigo feat. Mara Minjoli mit dem CD-Programm „Remember Ray Charles“, welches sie zusammen 2017 eingespielt haben. Begleitet wird die Deutsch-Kamerunerin Mara Minjoli vom Trio Indigo mit dem Pianisten Martin Scholz, dem Kontrabassisten Michael Kehraus und André Spajic am Schlagzeug. „Durch ihre Improvisationslust im Scat-Gesang behauptet sie sich neben ihren Instrumental-Kollegen“, sagt Spajic.

Er freut sich sehr über die Begeisterung, die er mit seinem neuen Projekt ausgelöst hat. „Das Kulturamt fördert die Reihe, und die Theaterleute haben mich mit offenen Armen empfangen“, sagt er. Und er, so sagt er, kehrt an den Ort zurück, an dem er sich am wohlsten fühlt. „Im Theater werde ich hochkarätigen Jazz in einem besonders wertigen Rahmen abliefern.“ Für 2019 sind weitere vier Konzerte in der Theaterbar in Planung.

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