Neue Auftraggeber ermöglichen Gartengestaltung in Mönchengladbach

Mönchengladbach : Künstler wird Garten neu gestalten

Die Wildnis hinter dem Arbeitslosenzentrum wird von Schülern, vom Team und von Nutzern der Einrichtung gezähmt. Mit Hilfe des Projekts „Neue Auftraggeber“ soll der Garten auf kreative Art nutzbar gemacht werden.

Sie kannten sich nicht. Obwohl sie fast direkte Nachbarn sind. Doch nun sind sie zusammengekommen, um ein gemeinsames Projekt zu stemmen. Schüler des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums, das Team und einige Nutzer des Arbeitslosenzentrums (ALZ) nehmen Schippe und Hacke in die Hand und machen sich daran, den völlig verwilderten Garten hinter dem ALZ an der Lüpertzender Straße zu einem Ort für die Menschen im Quartier zu gestalten. Die Schüler sollen ihn ebenso nutzen können wie die Leute vom ALZ. Und die Nachbarn selbstverständlich auch. Ein international renommierter Künstler soll dafür gewonnen werden, den Garten, wenn er erst mal vom wildesten Gestrüpp befreit ist, zu einem Ort des sozialen Miteinanders zu gestalten.

Das europäische Netzwerk „Neue Auftraggeber“, das durch Intervention der Direktorin des Museums Abteiberg, Susanne Titz, vor einem Jahr nach Mönchengladbach kam, wird an diesem zentralen Ort auf dem Abteiberg tätig. Kathrin Jentjens, Mediatorin des Netzwerks, hat monatelang Gespräche mit Vereinen und Gruppen, mit Unternehmern und Studenten geführt. Sie brachte ihnen die Idee nahe, selbst als Auftraggeber tätig zu werden und dabei die Hilfe der Initiative, die von der Kulturstiftung des Bundes finanziell gefördert wird, in Anspruch zu nehmen.

Das Gartengerät steht bereit – es kann losgehen. Foto: Inge Schnettler

So kam sie auch ins Arbeitslosenzentrum und ins Gespräch mit dessen Leiter Karl Sasserath. „Wir haben vor etwas mehr als einem Jahr den politischen Auftrag erhalten, uns mit dem Quartier zu vernetzen, uns zu öffnen“, sagt er. „Daran wurde bereits intensiv gearbeitet.“ Als die „Neuen Auftraggeber“ zu ihm kamen, war ihm schnell klar, dass der vernachlässigte Garten hinter dem Haus ein Ort der Begegnung werden könnte.

Im Stift.-Hum. rannte Kathrin Jentjens offene Türen ein. Schulleiter Thomas Hollkott war sofort begeistert, und Biologielehrer Andreas Wünstel hätte am liebsten gleich losgelegt. Er musste sich gedulden. Aber jetzt konnte es endlich losgehen. Schüler der siebten bis neunten Klassen machten sich mit Feuereifer am Hang des Gartens zu schaffen. Eine andere Gruppe rodete die Fläche, auf der bald ein Gartenhaus stehen soll, in dem die Gartengeräte untergebracht werden können. Geplant ist eine Öffnung des Gartens mit einem Tor, so dass die Schüler jederzeit Zutritt haben. Unterstützt werden die eifrigen Gartengestalter durch Mitarbeiter der Volksbank, die mit ihrem Projekt „Wir helfen“ bereits seit 2012 in der Stadt ehrenamtlich tätig sind.

Seit fast fünf Jahren ist die Verlegung des Arbeitslosenzentrums in der politischen Diskussion. „Als uns das 2014 mitgeteilt wurde, sind wir zunächst in die Schockstarre gefallen“, sagt Karl Sasserath, „aber dann haben wir das gemacht, was wir immer tun, wir haben weitergearbeitet.“

Die frisch gegründete Arbeitsgruppe „Garten“ wird in den kommenden Wochen genug zu tun haben. Für das Quartier.

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