Musiksommer in Mönchengladbach: Walter Maaßen im Bunten Garten

Musiksommer in Mönchengladbach : Mit Musik in Erinnerungen schwelgen

Beim vierten Konzert des NEW-Musiksommers spielte Jazz-Musiker Walter Maaßen mit seiner Band im Bunten Garten.

Vor zwanzig Jahren begann die Reihe der Musiksommer-Konzerte mit der Musik der „Walter Maaßen & His Borderland Jazzband“ – damals noch in der Musikmuschel der Kaiser-Friedrich-Halle. Zu diesem Jubiläum erinnerte Maaßen nun mit seiner Band beim vierten NEW-Musiksommerkonzert im Bunten Garten musikalisch an die größten Old-Time-Jazz-Highlights. In lockerer Atmosphäre und mit Sommerfeeling erlebten die Zuhörer seine Musik als Hommage an die Entstehungszeit des Jazz.

Im nächsten Jahr steht ein 40-jähriges Bandjubiläum an, denn Walter Maaßen gründete seine Jazzband im Mai 1980. Der Bandleader kann mit seinen stattlichen 83 Jahren auf eine lange Geschichte mit seiner Musik zurückblicken. Im Publikum des Bunten Gartens waren am Sonntag viele Menschen, die ihn dabei begleitet haben und dem klassischen New-Orleans-Stil seiner Musik seit Jahren treu sind. „Für die meisten Leute ist diese Musik ein Elixier und ein Erinnerungsmoment. In diesen 40 Jahren haben wir so viele Menschen kennen und schätzen gelernt und sind zu Freunden geworden. Wir haben viele Erinnerungen gemeinsam“, erzählte der Musiker auf der Bühne.

Er organisierte bereits vier Touren zur Wiege des Jazz nach New Orleans für Bandmitglieder und Interessierte. „Wir haben viel zusammen erlebt, das verbindet uns.“ Der Musiker ist Ehrenbürger der US-amerikanischen Stadt, der er seine Musik verdankt. Als eine der wenigen Bands pflegt die Walter Maaßen & His Borderland Jazzband den New-Orleans-Stil, der zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in der gleichnamigen Stadt gespielt wurde. Mit seinem Siegeszug um die Welt entstand daraus dann der neue Jazz in verschiedenen Richtungen. Die Band ist jedoch der ursprünglichen Form treu geblieben, die noch sehr klassisch-melodiös ist.

Wie in jeder Band gibt es im Laufe der Jahre Fluktuation aus beruflichen oder privaten Gründen. Momentan ist Walter Maaßen der einzige Mönchengladbacher der Band. Aus Breda (Niederlanden) kommt Antoine Trommelen am Saxofon. Am „Wimmerschinken“ – dem Banjo – spielt Wouter Nouwens ebenfalls aus Breda. Die Trompete wird von Bruno van Acoleyen aus Gent (Belgien) gespielt. Den Bass lässt Ad van Beerendonk aus Helmond (Niederlande) erklingen. Uwe Rösler aus Kaarst spielt das Piano und Christ Vingerhoets sitzt an den Drums. „Wir machen schon seit Jahrzehnten keine Proben“, erzählte Maaßen im Bunten Garten. „Die Musiker haben den Stückefundus drauf.“ Er stelle je nach Veranstaltung das Programm zusammen und informiere „seine Jungs“ kurz vorher über die Stücke und die Tonart – das genüge für gute Jazz-Musiker. „Es ist improvisierte Musik, aus dem Bauch und handgemacht.“

Statt Eintrittsgeldern wurde auch bei diesem Sommerkonzert zu einer Spendenaktion aufgerufen. Der Erlös kommt dabei der Drogenberatung in Mönchengladbach zugute. „Die Kinder aus suchtbelasteten Familien erleben zu Hause alles mit, bekommen jedoch keine Angebote von den Eltern“, weiß Heinz-Josef Claßen von der Drogenberatung Mönchengladbach. „Seit zehn Jahren füllt die Drogenberatung eine Lücke aus und macht Angebote für Kinder in den Ferien und das ganze Jahr über, damit auch diese Kinder in ihrer Freizeit schöne Dinge erleben können“, sagt Claßen. Die Anwesenden spendeten dafür eine stolze Summe von 1880 Euro. Insgesamt sind so nach vier Musiksommerkonzerten schon fast 9500 Euro zusammengekommen.