Musikschule Mönchengladbach feiert 60. Geburtstag mit Jubiläums-Gala

Im Hugo Junkers Hangar : Musikschule: Eine Jubiläums-Gala zum 60. Geburtstag

Nun wissen wir, was Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners nach seiner Amtszeit tun wird:  Er will sich in der Musikschule anmelden und Saxofon spielen lernen. Das erzählte er in seiner Rede bei der Jubiläums-Gala der Musikschule zu ihrem 60. Geburtstag.

500 Gäste kamen am Sonntag zu der fast vier Stunden langen, aber absolut kurzweiligen Feier im Hangar. Das Programm war publikumsnah, witzig, voller kleiner Geschichten – und natürlich musikalisch. Zehn Orchester und Ensembles präsentierten die Musikschule und die Qualität ihrer Arbeit. Ex-WDR-Moderator Günter vom Dorp führte herzlich, aber unaufdringlich durch die Feier.

Es begann mit dem überraschend ernsthaften Udo Jürgens-Lied „Die Krone der Schöpfung“, homogen gespielt vom Jugendblasorchester und ausdrucksstark gesungen von Noah Zachowski. Technisch verblüffend gut und spielfreudig war das Ensemble „3 Alpha Tier“: Felix Elsenbruch (E-Gitarre), Noah Küppers (Schlagzeug) und Johannes Otto (Bass) rockten mit „Party in Simons Pants“ den Hangar.

Anstelle von Reden über die historische Entwicklung der Musikschule gab es Kompositionen der ersten beiden Musikschulleiter Karl Fegers und Karl-Dietfried Adam zu hören. Für den anwesenden 88-jährigen Adam war es eine Überraschung, dass das „Junge Vokalensemble“ seinen „Sonnengesang des heiligen Franziskus“ a cappella aufführte. „Das war auf hohem Niveau umgesetzt. Allein dafür hat sich gelohnt, aus dem Fichtelgebirge anzureisen“, sagte er.

Der aktuelle Schulleiter Christian Malescov zeigte mit dem Jugendsinfonieorchester die Basis der musikalischen Ausbildung: klassische Musik. Das Orchester bewies bei Beethovens „Egmont Ouvertüre“ wie mühelos es anspruchsvolle Orchesterliteratur umsetzen kann. Bei Leroy Andersons „The Typewriter“ tippte Paula Hegemann technisch virtuos im Rhythmus auf einer Schreibmaschine. Das Orchester reagierte passgenau. Christian Malescovs Dankworte begannen mit sinnfreiem Gestammel – weil er einfach ablas, was Paula Hegemann getippt hatte. „Du musst besser üben“, sagte Malescovs, und holte dann sein richtiges Manuskript hervor.

Charmant aufgelockert wurde das Programm durch kleine Filme, die zwischendurch eingespielt wurden. Darin erzählten ehemalige Schüler und Menschen, die in Verbindung mit der Musikschule stehen, von ihren Erinnerungen. Unter ihnen waren Profis wie Lukas Beno, Solo-Trompeter beim Gewandhaus Leipzig, oder René Pütz, Sänger der Band „Booster“, aber auch eine fünfjährige Flöten-Schülerin. In den Kurzfilmen erzählten die Protagonisten viel über prägende Erfahrungen, aber auch über frittierte Würmer, den weltbesten Kaiserschmarrn bei der Orchesterfahrt, über Lampenfieber, Streiche und Liebesgeschichten. Die Filme verdeutlichten, dass junge Menschen aus der Musikschule mehr ins Leben mitnehmen als das Erlernen eines Instruments.

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