Kultur : 17 Konzerte an einem Wochenende

Das Festival „Musik im Haus“ begeisterte die Gäste in Wohnzimmern, Produktionsräumen und Büros. Fast alle Veranstaltungen waren ausverkauft

Der Mönchengladbacher Verein der Freunde und Förderer der Musik hat 2004 die traditionellen Hauskonzerte wiederbelebt und daraus ein Festival für die Stadt entwickelt, das alle zwei Jahre an einem Wochenende stattfindet. Auch in diesem Jahr waren die Wohnzimmer, Büros und Produktionsräume wieder für jeden geöffnet. 17 exklusive Live-Konzerte konnte man besuchen. Fast alle waren ausverkauft und haben Musiker und Besucher begeistert.

So stellte das Trio Wildes Holz mit ihrem „Blockflötenkonzert“ in der Deutschen Bank die Kundenhalle auf den Kopf. Das Trio weiß, wie man Gitarre, Kontrabass und Blockflöte zu einem musikalischen Holzinferno verarbeitet. Ihr Sound und ihre Moderation waren umwerfend ironisch.

Musik jenseits des Mainstream-Repertoires vieler Klavierjazz-Trios konnten die Zuhörer mit dem Marcus Schinkel Trio in der Gladbacher Bank in Korschenbroich erleben. Das Schinkel Trio zeigte eigene musikalische Wege und bewegte sich meisterhaft zwischen den Genres Jazz, Klassik und Rock. Schinkel gelang mit dem aktuellen „Crossover Beethoven“-Programm ein Spagat über Epochen. Er nahm die Zuhörer mit auf eine Reise zwischen Klassik und Moderne.

Bei den Sanitärprofis der Ludwig Steup GmbH verwandelten die Lex Eazy & The Mambo Club mit ihrer Musik einen Seminarraum in einen Jazzclub der 1950er Jahre. Vibraphon, Piano, Kontrabass und Percussion stimmten das Publikum in die Latin Jazz Szene der 1950er und 1960er Jahre ein und brachten mit Mambos, ChaChas und Bossas die Räume zum Swingen.

Am Samstag wurden in der Korn-Vitus-Fachanwaltskanzlei der Ernst des Lebens aus einer ganz anderen Perspektive begutachtet. Mit Chansons und Begebenheiten aus dem Leben unterhielt das Duo Albrecht Koch & Anna Lindblom ihr Publikum auf köstliche Weise, oft übertrieben und abstrus.

Das Konzert mit dem Kölner Alinde Quartett fand auf dem höchsten Dach der Stadt statt. Elmar Jordan von Jordan Capital begrüßte seine Gäste ganz klassisch über den Wolken und ließ die Zuhörer mit der Musik über die Stadt schweben. Seit sieben Jahren probt, konzertiert und reist das mit internationalen Preisen ausgezeichnete Alinde Quartett von Köln aus durch die Welt und fühlte sich auch sichtlich wohl in Mönchengladbach.

Ein Hauch von Melancholie, durchzogen von Nachdenklichkeit und stillen Tönen, aber auch die pulsierende Glut mitreißender Lebenslust berührten die Herzen und Sinne beim onzert mit dem „bernstheyn trio“ im Wohnzimmer der Familie Zimmermanns. Mit jiddischer Musik und Gedichten und Texten von Hans Dieter Hüsch traf das Trio den richtigen Ton beim Publikum und den Gastgebern.

(RP)