Mönchengladbacher Schauspieler recherchieren im Irak

Mönchengladbach : Schauspieler recherchieren im Irak

Das Stück „Jin Jiyan – Der Aufbruch“ beschäftigt sich mit der Verfolgung der Eziden.

Mit „Jin Jiyan – Der Aufbruch“ wird die Reihe „Außereuropäisches Theater“ am Theater um ein weiteres spannendes und besonderes Projekt bereichert: Die Baseler Künstlerin Anina Jendreyko entwickelt ein Stück, das sich mit dem Leben und der Kultur der Eziden aus dem Nordirak beschäftigt. Gemeinsam mit den Schauspielern Vera Maria Schmidt, Eva Spott, Adrian Linke und drei ezidischen Künstlern, den Musikern Sozin und Süleyman Carnewa sowie der Schauspielerin Sevim Kesbir erarbeitet Jendreyko das Projekt für die Studiobühne in Mönchengladbach. Dort feiert es am 6. April Premiere. In der Spielzeit 2019/20 wird „Jin Jiyan“ nach Krefeld in die Fabrik Heeder übertragen.

Weltweite Aufmerksamkeit und Anteilnahme erhielten die Eziden, die als eine der ältesten vorchristlichen und vorislamischen Naturreligionen gelten, durch den Völkermord im Jahr 2014 – als ihr Siedlungsgebiet im nordirakischen Shengal von der Terrormiliz Islamischer Staat überfallen worden war. Damals wurden ihre Dörfer zerstört und mehr als 8000 ezidische Frauen verschleppt und verkauft. „Die Spuren der Zerstörung sind unglaublich. Das fliegt einem wie peitschende Ohrfeigen ins Gesicht“, sagt Anina Jendreyko. Die Regisseurin arbeitet seit 2014 regelmäßig in Geflüchteten-Camps und beschäftigt sich seit vielen Jahren schon mit dem Schicksal der Glaubensgemeinschaft.

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