Mönchengladbacher Konzerte - Ein Liebesgruß an Clara Schumann

Niederrheinische Sinfoniker : Ein Liebesgruß an Clara Schumann

Die Niederrheinischen Sinfoniker und ihr Gastdirigent Stefanos Tsialis spielten Werke von Beethoven, Schumann und Brahms. Auch die Solistin Sophie Pacini durfte sich über viel Beifall freuen.

Temperamentvoll gingen die Sinfoniekonzerte in die neue Spielzeit. Gewiss hätte man sich ein paar Zuhörer mehr gewünscht. Aber die Niederrheinischen Sinfoniker und ihr Gastdirigent Stefanos Tsialis ließen sich von einigen leeren Stühlen nicht demotivieren. Und die, die gekommen waren, kamen auf ihre Kosten. Beethovens Ouvertüre zum Trauerspiel „Coriolan“ erklang mit Energie und klaren Konturen.

Viel Anerkennung erfuhr auch Sophie Pacini, die Solistin des Abends. Mit technischer Souveränität trug sie Robert Schumanns Klavierkonzert vor. Ihr Publikum begeisterte sie mit einem bemerkenswert kraftvollen Vortrag. Vor allem mit der linken Hand setzte sie markige Akzente. Nicht nur die Kadenz und der dritte Satz boten der Pianistin Gelegenheit, ihre Virtuosität voll auszuspielen. Als Dank für den begeisterten Beifall erinnerte sie mit ihrer Zugabe daran, dass Schumanns Ehefrau Clara in diesen Tagen 200 Jahre alt geworden wäre. Am 13. September 1819 wurde sie in Leipzig geboren. Zu diesem Anlass spielte Pacini noch - in Liszts Bearbeitung - Roberts Widmung an sie, die Liedvertonung von Friedrich Rückerts Gedicht „ Du meine Seele, du mein Herz“.

Mitreißend gelang die Wiedergabe der ersten Sinfonie von Johannes Brahms. Gleich in den ersten Takten entwickelte sich ein sehr schöner romantischer Gesamtklang, der aber keineswegs als unstrukturiert missverstanden wurde. Die leisen Stellen wurden nicht verwischt, sondern sehr sorgfältig mit großer Spannung wiedergegeben. Kleine Tempoveränderungen sorgten für Vitalität. Gastdirigent Stefanos Tsialis dirigierte mit großen Gesten, im langsamen Satz schien er den musikalischen Ausdruck auch pantomimisch darstellen zu wollen. Darüber vergaß er aber nicht eine klare Zeichengebung. So sorgte er gleichermaßen für Präzision wie für Dynamik. Tadellose solistische Leistungen waren nicht nur von den Holzbläsern und der Solohornistin zu hören. Konzermeisterin Chisato Yamamoto konnte sich klanglich bei ihrem Violinsolo nicht nur sehr gut gegenüber dem Orchester durchsetzen. Sie spielte es auch sehr musikalisch und sehr tonschön.

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