Sommermusik Schloss Rheydt : William Kelly war der heimliche Star

Der Dreijährige ist der jüngste Spross von Angelo und Kira Kelly. Die irische Familie stand zum ersten Mal auf der Sommermusik-Bühne. Viele Fans belagerten schon ab mittags den Eingang zum Schloss Rheydt.

Wenn es nur die ersten drei Töne eines Liedes braucht, um hunderte von Menschen in Bewegung zu versetzen – dann kann man sicher sein, dass leidenschaftliche Fans unter sich sind. Und von denen gab es am Sonntagabend vor der wunderschönen Kulisse von Schloss Rheydt jede Menge. Hier machte Angelo Kelly mit seiner Familie auf ihrer Sommertour Station. Der Organisator der Sommerkonzerte in Schloss Rheydt, Günter vom Dorp, ließ es sich nicht nehmen, die Gäste persönlich zu begrüßen. Wer denn zum ersten Mal dabei sei, fragte er: viele Hände hoben sich – die Kelly Family zieht offenbar neues Publikum an.

Diese Fans sorgten dafür, dass so gut wie kein Platz mehr frei war. Die jüngsten Besucher krabbelten auf dem Boden herum, die ältesten hätten deren Großeltern sein können. Und dazwischen: jedes Alter, Männer und Frauen gleichermaßen. Die erwähnten ersten drei Töne gehörten übrigens zu dem Stück „Irish Heart“ – eines der Lieder aus der neuen gleichnamigen CD von Angelo Kelly & Family. Das Irische klingt in vielen Stücken an – ist schließlich auch die Quelle, aus der die Kellys schöpfen. Der irische Dudelsack und die typische irische Trommel sorgten für den charakteristischen Sound.

Etliche Fans warteten schon mittags auf die Kelly-Family. Sie hofften auf Autogramme. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

Was macht diese hohe Beliebtheit der neuen Kelly-Family aus? Eine Beliebtheit, die sich nicht nur darin äußert, dass die Lieder leidenschaftlich mitgesungen und mitgetanzt wurden, dass sich das Grün der irischen Nationalflagge in Form von grünen Westen, Schals, T-Shirts und (Fan-)Fahnen durch die Reihen webte, sondern auch darin, dass schon am frühen Nachmittag die Fans vor den Eingängen des Schlosses standen, um ihre Idole zu sehen. Einige, so wurde gemunkelt, hätten dort sogar übernachtet. Sie sind aber auch einfach sympathisch, die Kellys, wie sie da auf der Bühne stehen: Völlig unaufgeregt liefern sie keine ausgefallene Performance – wobei sie selbstverständlich eine hochprofessionelle Bühnenshow zeigen – sie tragen keine überdrehten Kostüme, sie sind, zumindest wirkt es so, eine „normale“ Familie.

Mit der einen Ausnahme: Sie verdienen ihr Geld mit der Musik. Und alle machen mit: die Eltern Angelo und Kira natürlich, aber auch die Söhne und Töchter Gabriel, 17, Helen, 15, Emma, 12, Joseph, 7 und – der heimliche Star des Abends – der gerade drei Jahre alt gewordene William, der geschützt mit Kopfhörern einen sehr professionellen Eindruck machte, wie er da Füße wippend vor dem Mikrophon stand. Nach den ersten beiden Stücken hätte sein Arbeitstag zu Ende gehen dürfen, sein Vater fragte: „Willst du bleiben?“ William wollte, was ihm viel Applaus einbrachte. Bald danach aber war er verschwunden – ins Bett.

Mithilfe ihrer Lieder erzählen sie von ihrem Leben und lassen die Zuhörer teilnehmen. Mit „Fly Away“, „Danny Boy“, „Love Side Effects“, „Mary“ und vielen anderen Songs konnte jedes Familienmitglied solistisch oder chorisch seine Qualitäten zeigen. „We shall overcome“ hieß es als letzte Zugabe. So endete der Abend auf besinnliche Art.

Mehr von RP ONLINE