Mönchengladbach: „Zyphros Ensemble“ begeistert beim Rheydter Musiksommer

Abschluss beim Rheydter Musiksommer : „Zyphros Ensemble“ begeistert zum Finale des Musiksommers

Viele Besucher kamen am Donnerstagabend in die evangelische Hauptkirche Rheydt um die Klängen außergewöhnlicher Komponisten zu hören.

Udo Witt gab zu, Namen wie Adrien Barthe, Guillaume Balay, Hedwige Chrétien, Blas Maria Colomer und Charles Lefèbvre bisher noch nicht begegnet zu sein. Da befindet sich der musikalische Hausherr der evangelischen Hauptkirche Rheydt in guter Gesellschaft. Den Zuhörern beim letzten Konzert des Rheydter Musiksommers ging es wohl kaum anders. Denn um auf die Komponisten zu stoßen, bedarf es akribisch suchender Ermittler.

Diese hatte Witt gefunden im „Zephyros Ensemble“, bestehend aus Angelika Euler (Querflöte), Claudia Bartz (Oboe), Holger Busboom (Klarinette), Andrea Kramer (Horn) und Anneliese Lickfett (Fagott). Sie sind an Musikschulen in der Region tätig, als Bläser benannten sie ihr Quintett nach dem griechischen Gott, der für die Winde verantwortlich ist.

Was die vorgestellten Werke und ihre Komponisten verbindet, sind Ort und Zeit ihres Schaffens. Sie lebten und komponierten im Frankreich der sogenannten Belle Epoque, der Zeit des zu Ende gehenden 19. Jahrhunderts. Das war eine Zeit voller Lebensfreude und Optimismus. Nur wenige Menschen ahnten, dass Nationalismen und politische Kurzsichtigkeit bereits die Basis für die Katastrophe des Ersten Weltkriegs schufen.

Unbeschwerte Fröhlichkeit bestimmte die Musik. Zu der mag auch der Erfolg der Komponisten beigetragen haben. Wie aus der Moderation von Heinrich Euler zu erfahren war, arbeiteten die aufgeführten Komponisten als angesehene Musiker am renommierten Pariser Conservatoire. Nicht alle Komponisten stammten aus dem Geheimfach, dafür sorgten Francis Poulenc und Georges Bizet. Poulencs muntere Novelette war eine ansprechend bearbeite Klavierkomposition, fröhlich kamen auch Bizets Kinderspiele, die „Jeux d’enfants“ daher. Auch wenn in „Trompette et Tambour“ weder Trompete noch Trommel besetzt waren: Schmetternde Signale und zackiger Rhythmus garantierten einen originellen, gänzlich unmartialischen Marsch.

Präzision und Spielfreude kennzeichneten das Spiel des qualifizierten und gut aufgelegten Bläserquintetts. Die pfiffige Zugabe stammte von einem bekannten französischen Großmeister: „Le petit nègre“ von Claude Debussy. Damit endete der Rheydter Musiksommer für dieses Jahr. Befürchtungen, dass mit der Planung des nächsten zu spät begonnen werden könnte, erweisen sich als überflüssig. Wie Udo Witt versicherte, stehen die Mitwirkenden für fünf der sechs Konzerte in den Sommerferien 2020 bereits jetzt fest.

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