Mönchengladbach: Zwei Frührentner von der „Klapse“ ins Leben

Premiere von „Elling“ : Zwei Frührentner von der „Klapse“ ins Leben

Karohemd statt feinen Zwirns ist angesagt bei der „Elling“-Premiere am Mittwoch – Sturmtief Sabine hatte die erste Vorstellung des Stücks von Axel Hellstenius am Stadttheater ins „Abo Blau“ gepustet.

Zu Lachen gab’s dann aber reichlich, auch da, wo das Stück, das auf den Elling-Romanen von Ingvar Ambjørnsen basiert, ans große menschliche (Mit-)Gefühl appelliert. Doch das hat mit der Inszenierung zu tun. Schauspieldirektor Matthias Gehrt hebt das Kammerspiel auf die große Bühne, die Gabriele Trinczek als schwarze, Split-bestreute schräge Ebene mit mittigem Schaumstoff-gepolsterten Zimmerchen ausgeführt hat. Da sind die beiden Hauptfiguren, Elling und Kjell Bjarne ziemlich weit weg. Dabei sollen sie uns unmittelbar berühren mit ihrer Geschichte von den zwei Frührentnern, die aus der „Klapse“ ins wirklich Leben finden sollen. Deren allzu menschliche Naivität, die unseren täglichen Wahnsinn spiegelt, findet aber nur selten über die Rampe. Bruno Winzen (Elling) und Adrian Linke (Kjell Bjarne) spielen empathisch, haben die nötige Ausstrahlung aber selten. Der Unterhosentausch – finale große Geste ihrer unverbrüchlichen Freundschaft - geht im Giggeln des Publikums unter. Schöne Unterhaltung, kaum mehr. Armin Kaumanns

Termine: 22. Februar, 1., 8., 13., 24., 26. März, 25. April, 1. Mai. Karten unter 02166 6151100 www.theater-kr-mg.de