Mönchengladbach: Zwei erfolgreiche Konzerte "Night in White Satin" im Kunstwerk

Kultur in Mönchengladbach : Night in white Satin: Wo Klassik richtig rockt

Pop traf auf Klassik bei den beiden Konzerten „Night in white Satin“ im Kunstwerk Wickrath. Die Band „Fun“ und das Jugendsinfonieorchester der Musikschule spielten vor gut 2000 Zuschauern.

Wenn bei Beethovens „Egmont Ouverture“ Nebel über die Bühne wallt und das Orchester effektvoll angestrahlt wird, dann ist klar: Wir sind bei der „Night in white Satin“, einer speziellen Verschmelzung von Klassik und Pop. Im zehnten Jahr spielen die Band „Fun“ und das Jugendsinfonieorchester der Musikschule vor über 2000 Zuschauern bei der Wintermusik im ausverkauften Kunstwerk Wickrath.

Das Jugendsinfonieorchester zeigt gleich zu Beginn, dass Klassik richtig rocken kann. Beethovens Ouverture ist wie ein Filmtrailer: Kraftvolle, bildstarke, enorm dynamische Musik und stille, bewegte Momente wechseln sich in schnellem Tempo ab. Auch in den nächsten drei Stunden gibt es keinen Durchhänger. Zum einen, weil Günter vom Dorp, Leadsänger von Fun und Regisseur des Abends, ein extrem gutes Gefühl für Dramaturgie hat. Zum anderen, weil die anspruchsvollen Arrangements mehr sind als Pop mit kitschigen Background-Streichern.

Auf der Bühne wird aus den 80 Akteuren zwischen 14 und 69 Jahren ein Klangkörper, straff und gleichzeitig entspannt geführt von Christian Malescov. Doch immer wieder kommen einzelne Gesichter in den Fokus: Fun-Sängerin Nadine Stapper, deren warme, kraftvolle Stimme eine Bandbreite von Rock über Musical bis Blues hat. Die Sologeigerin Lara Hansmann, die Beethovens Romanze in F-Dur beeindruckend reif spielt. Die jungen klassischen Sängerinnen Maria Dewies und Elisabeth Pfeiffer, die so überirdisch schön singen, dass der Saal jubelt. Und wenn die 14-jährige Melina Buchkremer ein wunderbar weiches Trompeten-Lullaby spielt und dabei noch ein bisschen schüchtern ist, gibt gerade das dem Abend Charme.

(silk)