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Mönchengladbach: Würdigung für Lüpertz, den „Tanzmeister des Lebens“

Ausstellung in Mönchengladbach : Eine Würdigung für Lüpertz, den „Tanzmeister des Lebens“

Klaus Hurtz nimmt im Gottesdienst Bezug auf den Totentanz-Zyklus von Markus Lüpertz. Und gratuliert zum 80. Geburtstag des Künstlers mit einer Ausstellung.

Mut machen, in der Pandemie über die Unausweichlichkeit des Todes hinweg trösten, das war Ziel der Predigt, in deren Zentrum Klaus Hurtz in der Franziskus-Kirche das Bild von Gott als gutem Hirten rückte. „Selbst der Tod kann uns nicht von Gott trennen“, sagte der Pfarrer der Rheydter Gemeinden St. Marien und St. Franziskus.

Genau diese Botschaft findet Hurtz seit der Installation des Zyklus in dem Totentanz-Fries (2002), den sein Schöpfer, der in Rheydt aufgewachsene Malerfürst Markus Lüpertz, 2006 der Gemeinde zum Geschenk machte.

Pfarrer Klaus Hurtz, der zusammen mit Norbert Neuenhofer im Verlag B. Kühlen aktuell eine Festschrift zu Kostenpflichtiger Inhalt Lüpertz‘  80. Geburtstag veröffentlicht hat, würdigte seinen Künstlerfreund als „Tanzmeister des Lebens“. Wenngleich die Darstellung tanzender Skelette, die verschiedene Menschen auf den Todesreigen führen, gruselig wirken mag.

Hurtz rückte das letzte Bilderpaar des Zyklus in den Fokus seiner Betrachtung. Es zeigt einen spitzbübisch lauernden, aber zerrissenen Gevatter Tod. „Es ist der Tod, der tot ist“, interpretierte Hurtz und knüpfte daran das christliche Verständnis von Ostern mit dem auferstandenen Christus, der den Tod überwindet. Die Lücke, die der gesprengte Tod eröffne, biete den Menschen Zugang „in die Weite des ewigen Lebens“.

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„Gerade in dieser Zeit, da die Viruspandemie viele Menschen hinweggerafft hat, brauchten wir dieses „Mutmach-Bild des Totentanzes“, fasste Hurtz zusammen. Selbst im traurigsten Abschied von einem geliebten verstorbenen Menschen scheine stets ein Neubeginn auf. Klaus Hurtz zitierte dazu einen Vers aus dem neuen Song „Willkommen Goodbye“ des ostwestfälischen Liedermachers Joris: „Sag, wie viel Willkommen steckt im Goodbye?“ Hurtz: „Der Neubeginn kann aber nur von Gott kommen.“

Der nachösterliche Gottesdienst war mit einer kleinen Ausstellungseröffnung verbunden: An einem Bauzaun im Längsschiff der Kirche hängen sieben Vorstudien zu den großformatigen Totentanz-Zeichnungen. Daran ist gut zu erkennen, dass Markus Lüpertz die Farbstellungen wie die Formen der abgebildeten Figuren für die Endfassung noch deutlich abgeändert hat. Der geistliche Hausherr verkündete, er freue sich darauf, baldmöglichst dem „Geburtstagskind“ Lüpertz bei seinem nächsten Besuch in Rheydt persönlich durch die Ausstellung zu begleiten.