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Mönchengladbach: Wohnzimmerkonzert im TiG

Wohnzimmerkonzert im TiG : Pop-Sirene und Surfpunk-Party

Ins Auto steigen, nach Lissabon fahren und überall aussteigen, wo man mag - das wollten am Ende alle, die beim Wohnzimmerkonzert mit Florence Besch waren.

Feine Indie-Pop-Kost bot das „Wohnzimmerkonzert“ im Theater im Gründungshaus in Eicken. Zuerst wunderte man sich, dass die in Düsseldorf lebende Luxemburgerin Florence Besch auf ihrer Wandergitarre die Akkorde runter schrammelte wie in der dritten Woche Gitarrenunterricht. Aber das war eine List: Auf zauberhafte Weise gab die unperfekte Begleitung Beschs gebrochener Sopran-Stimme genau den Raum, den sie brauchte, um die Zuhörerschaft sirenenhaft in den Ozean ihrer Gefühlswelten zu ziehen.

Diese Meerjungfrau hatte den Blues, abgrundtief. Zugleich schuf ihre lichthelle Stimme tröstliche Momente. Das war nicht auf Tageslicht gepimptes LED sondern natürlich warmes Halogen. Erfrischend eine Rap-Einlage im heimischen „letzeburgischen“ Idiom. Am Ende wollten restlos alle mit ihr „ins Auto steigen, nach Lissabon fahren und überall aussteigen, wo man mag.“

Kurze schwarze Turnhosen zu weißen Tennissocken, dazu eine hohe Schnurrbart-Dichte unter den Bandmitgliedern – das Dortmunder Surfpunk-Quartett Drens stellte gleich klar: Ein gewisses Quantum an Stil gehört einfach dazu. Musikalisch ging es energiegeladen, gut gelaunt und hochpräzise zur Sache. Die punkigen Beats waren mit einer feinen Sixties-Tönung gefärbt. Als Drummer und Gitarrist kurzerhand die Plätze tauschten, wurde es zunächst noch eine Spur psychedelischer, kurz schien gar der Geist Jim Morrisons durch den Raum zu schweben.

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Dann zündeten Drens die zweite Stufe und schalteten mit blitzsauber arrangierten Surfpunk-, Indie-Rock- und Rave-Krachern endgültig in den Party-Modus. Das TiG tanzte. Mit corona-konformen Abständen.