Mönchengladbach: Wie Jonas Streyl die Kinos erobern will

Filmemacher aus Mönchengladbach : Wie Jonas Streyl die Kinos erobern will

Der junge Filmemacher aus Wickrath hat große Pläne: Mit weiteren Filmemachern dreht er einen Dark-Fantasy-Film, in dem es um Kobolde und einen mysteriösen Todesfall geht. Erste Szenen sind fertig, es fehlen aber noch Sponsoren.

Eigentlich produziert Jonas Streyl Werbefilme. Kurze Clips für Unternehmen – Filme, die eher nicht kinotauglich sind. Das will der 24-Jährige jetzt mit einem Dark-Fantasy-Film ändern: Der Wickrather hat große Pläne. Gemeinsam mit einigen anderen jungen Filmemachern dreht er in diesen Tagen einen 25 Minuten langen Pilotfilm, der im Winter in Mönchengladbach Premiere feiern soll. Das Ziel der Produzenten: Sie wollen potenzielle Geldgeber von ihrem Film überzeugen und aus dem kurzen Stück ein großes Gesamtkunstwerk schaffen.

Der Streifen trägt momentan den Arbeitstitel „Der Wanderer“. Dahinter steckt eine abenteuerliche Geschichte. Diese spielt größtenteils Anfang des 20. Jahrhunderts und beginnt mit dem mysteriösen Mord an einem wohlhabenden Villen-Besitzer. Heinrich heißt dessen Sohn, der nach dem Mord in einem Waisenhaus aufwächst und später Antiquitätenhändler wird. Er bleibt Besitzer der Villa, in der sein Vater ermordet wurde, muss sie aber 48 Jahre später wegen Geldproblemen verkaufen und das Gebäude mit einem Notar betreten. Und dann wird es schaurig, denn das Anwesen ist „verflucht“, wie Jonas Streyl sagt: „Heinrich findet in seinem alten Kinderzimmer einen Schlüssel zu einem geheimen Raum, in dem er auf Zeichnungen von Gnomen und Kobolden stößt.“

Heinrich, der im Film von Stephan Böttcher gespielt wird, erfährt, dass sein Vater von den Wesen verfolgt wurde, weil er ein magisches Amulett verwaltet hat. Dann macht er plötzlich Begegnungen mit einem Gnom – einem Wesen, das ihn schließlich auch überzeugt, sich auf die Suche nach dem Amulett zu begeben, das Metall in pures Gold verwandeln kann.

Das ist viel Stoff für einen Pilotfilm – allerdings ist die Geschichte damit noch lange nicht zuende. „Damit beginnt erst das Abenteuer“, sagt Jonas Streyl. Doch für den großen Film fehlt das Geld. Der junge Filmemacher würde mit dem Dark-Fantasy-Film, für die er sich eine Art Paralleluniversum ausgedacht hat, gerne durchstarten. „Der Film ist eine Familiengeschichte, die mal düster, mal gruselig und mal humorvoll ist. In jedem Fall ist sie auch für Kinder geeignet“, sagt der 24-Jährige, der die Zielgruppe mit „Kindern ab zehn“ definiert.

Ausschnitt aus einer der Szenen: Heinrich (Stephan Böttcher) findet den Schlüssel zu einem Geheim-Zimmer in der Villa seines ermordeten Vaters. Foto: Streyl
Der junge Filmemacher Jonas Streyl aus Wickrath ist der Produzent des Films. Foto: Kandzorra, Christian

Drehort für den Pilotfilm ist die Burg Dattenfeld nahe der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz. „Dort haben wir die ersten Szenen gedreht, bis 12. August stehen die nächsten an.“ Das Besondere: Am Set, wo rund 60 Mitarbeiter, darunter Kameraleute, Tontechniker, Licht-Techniker und Co. beschäftigt sind, kommt eine „animatorische“ Puppe zum Einsatz, die von fünf Puppenspielern gesteuert werden soll. Das soll den Gnom im Film möglichst autenthisch wirken lassen. „Nach dem Dreh beginnt die Postproduktion – und damit noch mal ein großer Teil der Arbeit“, sagt Streyl, der 15.000 Euro für die Produktion aus eigener Tasche gezahlt hat. Insgesamt wird der Pilotfilm rund 30.000 Euro verschlingen. Fördergeld erhielt das Projekt unter anderem vom Kulturbüro, das sich mit 2800 Euro beteiligt hat.