Ausstellung in der Citykirche Priester und Künstler – Werke von Herbert Falken

Mönchengladbach · Zu Ehren des 90-Jährigen sind in der Citykirche 13 ausdrucksstarke Bilder zu sehen. Es ist Kunst, die nachhallt. Was Besucher erwartet.

Adam C. Oellers (l.) und Pfarrer Christoph Simonsen haben die Ausstellung in die Citykirche geholt.

Adam C. Oellers (l.) und Pfarrer Christoph Simonsen haben die Ausstellung in die Citykirche geholt.

Foto: Albuquerque Carlos (CA)

„Jesus im Schoß der Jungfrau Maria“ – so lautet der Titel eines Bildes von Herbert Falken, das in der Citykirche Mönchengladbach zu sehen ist. Wer dabei an eine Pietà-Darstellung mit der Mutter Gottes und dem Körper des gekreuzigten Jesus auf ihrem Schoß denkt, der wird von der zarten Zeichnung überrascht sein. Herbert Falken lässt den Betrachter in einen schwangeren Bauch mit einem rosafarbenen zarten Embryo und der Plazenta blicken. Von der Frau ist wenig mehr als ihr Bauch zu erkennen. In einer Ecke des Bildes, ganz schwach, lässt sich außerhalb des Frauenkörpers wie ein Ausblick in die nachgeburtliche Zeit ein Kindeskopf erblicken.

Herbert Falken ist Künstler und Priester und damit eine seltene Erscheinung auf dem Kunstmarkt. Am 11. September feierte er seinen 90. Geburtstag – zu seinen Ehren findet nun in der Citykirche die Ausstellung „Chance im Konflikt – widerständige Arbeiten“ statt. Schon seit August werden Gedenkausstellungen in Falkens Heimatstadt Aachen, in Mönchengladbach, Bonn, Köln, der Eifel, wo er lange als Seelsorger arbeitete, Eupen und Erlangen veranstaltet, um das vielfältige Werk des Künstlertheologen vorzustellen.
13 Arbeiten vor allem aus den frühen Jahren seines Schaffens haben Pfarrer Christoph Simonsen und der Kunsthistoriker sowie Falken-Kenner Adam C. Oellers aus Aachen für die Citykirche ausgewählt.

Es sind schwere Arbeiten, die den Betrachter erwarten, sie hallen nach. „Gott ist tot. Es lebe Gott“ ist ein wuchtiges Bild aus dem Jahr 1969. Eine Christusfigur in der Haltung des Gekreuzigten nimmt das untere Drittel des Bildes ein. Die Figur ist in Rot auf roter Fläche gemalt. Darüber erhebt sich eine düster schwarze Fläche. Am Rand ist der Titel aufgedruckt. Allein in den Augen des Betrachters liegt die Entscheidung, ob eine untergehende oder aufsteigende Figur zu entdecken ist. Falken sei ein ernster Mensch, der das Bedrohliche in der Welt wahrnehme und in die Kunst überführe, sagt Simonsen. Er stelle  die Grundlagen des Glaubens in seinen Bildern nicht in Frage. Vielmehr drücken sie „das Bodenständige des Glaubens“ aus, wie Simonsen es nennt. Dazu gehören auch Zweifel, dazu gehört aber auch die Vorstellung von Jesus als Embryo.

Als Künstler-Autodidakt, orientierte sich Herbert Falken an Vorbildern aus der Renaissance, die er in die moderne Kunst übertrug. Auch Francis Bacon und Joseph Beuys seien seine Vorbilder gewesen, so Simonsen.

Info Die Ausstellung ist bis zum 18. November dienstags bis samstags,10 bis 18 Uhr, zu sehen. Am Sonntag, 13. November, hält Simonsen den Gottesdienst um 20 Uhr thematisch zu den Bildern von Falken.

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