Mönchengladbach: Vortrag über Liesel Haas im Museum Schloss Rheydt

Historisches aus Mönchengladbach : Geschichtlicher Vortrag über die Fotografin Lisel Haas

Lisel Haas ist eine berühmte jüdische Fotografin. Nach der reichsweiten Progromnacht 1938 wanderte sie nach England aus. Nun ist ihr Leben bei einem Vortrag im Museum Schloss Rheydt Thema.

Die stadtgeschichtliche Vortragsreihe der Otto von Bylandt-Gesellschaft ist dafür bekannt, spannende, aber oft unbekannte Themen der Mönchengladbacher Geschichte vorzustellen. Diesen Anspruch erfüllt auch der nächste Vortrag am Mittwoch, 22. Mai, im Museum Schloss Rheydt ab 19 Uhr. Ulrike und Klaus Krüner sprechen dann über die jüdische Fotografin Lisel Haas, die 1898 in Mönchengladbach geboren wurde.

Lisel Haas sei als Künstlerin ein typisches Opfer des Nationalsozialismus. Sie habe bis 1938 ein Atelier in Mönchengladbach betrieben, das sie nach der Progromnacht aufgegeben habe. In der Folge sei sie mit ihrem Vater nach England emigriert, sagt Christoph Nohn, bei der Otto von Bylandt-Gesellschaft für die Vortragsreihe verantwortlich. In England hat sich Haas schnell einen Namen im Kulturbetrieb gemacht, arbeitete unter anderem am Alexandra Theatre in Birmingham und am Belgrade Theatre in Coventry und eröffnete nach dem Zweiten Weltkrieg ihr eigenes Fotostudio.

„Den Kontakt nach Mönchengladbach hat sie nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. Und aus ihrer künstlerischen Phase in ihrer Heimatstadt haben sich mannigfaltige Arbeiten erhalten, unter anderem solche, die von der Familie Spier in Wickrath in Auftrag gegeben worden waren“, erzählt Nohn. Er weist auch auf einen anderen Aspekt hin: „Besonders bemerkenswert ist, dass die in Birmingham lebende Nichte von Lisel Haas, Dorothy Williams, gemeinsam mit ihrem Mann anlässlich des Vortrags der Geburtsstadt ihrer Tante einen Besuch abstatten wird.“

Der Eintritt ist kostenfrei. Der nächste Vortrag findet im zweiten Halbjahr statt.

Mehr von RP ONLINE