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Mönchengladbach: Von Hardt aus ins Schloss Bellevue

Einladung beim Bundespräsidenten : Von Hardt aus ins Schloss Bellevue

Peter Josef Dickers reiste auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Berlin.

Eine Einladung vom Bundespräsidenten bekommt noch lange nicht jeder. Der Hardter Peter Josef Dickers hatte aber eine solche für den 5. November ins Schloss Bellevue, dem Amtssitz von Frank-Walter Steinmeier. Der Präsident und seine Frau Elke Büdenbender wollten 30 Jahre nach dem Mauerfall mit einem ausgesuchten Gästekreis von 60 Personen in der Reihe „Geteilte Geschichte(n)“ von „Erfolgsrezepten in Ost und West“ reden, auch mit Vertretern von Institutionen, die sich mit der Aufarbeitung der vergangenen 30 Jahre deutscher Geschichte beschäftigen.

Dickers sagt: „Der Bundespräsident wollte einen Rahmen schaffen für persönliche Geschichten aus Ost- und Westdeutschland. Viele Zeugen der friedlichen Revolution sind alt oder schon tot. Es ist wichtig, aus der Gegenwart heraus die Neugier auf das Leben davor zu wecken. Dieser Vormittag im Schloss Bellevue wird in mir nachklingen – auch deshalb, weil ich einen persönlichen Beitrag einbringen durfte.“

Bei einer Reise nach Russland hatte Peter Josef Dickers einen Mann kennengelernt, „der aus der ,Zone‘ kam“, so erzählte er, „ich wusste kaum, wo das war. Etliche Male war ich in die ehemalige Sowjetunion gereist. Nebenan, im anderen Teil Deutschlands, war ich nie. Wenige Wochen vor dem Mauerfall flüchtet der Mann in den Westen, obwohl er an der Uni ,drüben‘ eine gute Stellung hatte. Er war gekommen, weil er mit seiner Bekannten zusammen sein wollte. Heimat und Mutter, Beruf und Erfolg ließ er zurück.“

Peter Josef Dickers (81) lebt mit seiner Frau Veronika seit 1977 in Hardt; die beiden sind seit mehr als 40 Jahren verheiratet. Eigentlich nichts Besonderes – denkt man. Doch Dickers hat einen ungewöhnlichen Lebensverlauf: 1965 wurde er zum Priester geweiht, und er verrichtete seine verschiedenen priesterlichen Dienste in Pfarreien, in der Jugendseelsorge und in Schulen. 1977 wurde er auf persönlichen Antrag in den Laienstand zurückversetzt. Peter Josef Dickers heiratete Veronika und wechselte in den hauptamtlichen Schuldienst.

Er engagiert sich in seiner Freizeit vor allem mit unentgeltlichen Vorlese-Tätigkeiten in kulturellen und sozialen Einrichtungen. In der Regel liest er eigene Texte aus seinen Büchern und er wird dabei unter anderem durch das Mönchengladbacher Erzählcafé unterstützt. Und er hat viel zu erzählen, denn Veronika und Peter Josef Dickers waren häufig unterwegs – zu nahen Zielen „um die Ecke“ ebenso, wie auch weiter weg bis nach China, Südamerika und in die Antarktis.