Mönchengladbach: Video-Dreh von Rock-Pop-Band Plexiphones im Hangar

Musikvideo-Dreh : Plexiphones drehen im Hangar

Die Elektronik Rock-Pop-Band Plexiphones haben zur Zeit viel zu tun: Im Hangar läuft der Dreh für ein Musikvideo und das Release-Konzert für ihre neuen Singles ist gefragt. Beim Video-Dreh kommen die Band-Mitglieder ins Schwitzen.

Vier laute elektronische Piepser aktivieren die Konzentration der Akteure – dann heißt es: Kamera läuft! Es ist Drehtag im Hugo Junkers Hangar am Flughafen Mönchengladbach. Bis zu drei Kameras filmen das Geschehen, dazu eine Drohnenkamera.

Diesmal ist ausnahmsweise einmal nicht die gute alte Tante Ju der Star. Das berühmte Flugzeug und der Event-Hangar dienen der Elektronik Rock-Pop-Band Plexiphones als Kulisse für die Produktion eines Musik-Videos. Hallenbetreiber Thorsten Neumann verfolgt den Dreh voller Spannung vom Innenfenster der ersten Etage aus. Die Musikgruppe aus Mönchengladbach hat sich diese ungewohnte Kulisse für den Dreh zur Promotionunterstützung bei der Veröffentlichung  ihrer neuen Single ausgesucht und lief mit diesem Wunsch bei ihm offene Türen ein.

Sänger Wolfgang Kemmerling, Gitarrist Christoph Brandenburg, Bassmann Kurt Schmidt, Keyboarder Michael von Hehl, Percussionspieler Frank Mevissen und Schlagzeuger Rüdiger Tiedemann stehen seit Wochen unter Zeitdruck. Gerade erst wurden fünf neue Songs im Tonstudio eingespielt, abgemischt und gemastert. Auch das Filmmaterial aus dem Hangar muss jetzt in Windeseile geschnitten werden. Zuvor fällt die Entscheidung, welcher Song als erste Single ausgekoppelt werden soll. Die Band hat die Qual der Wahl: Entweder wird es der flockige Rock-Pop Song „Running“ oder die Ballade „The Power of Faith“. Und so ganz nebenbei muss die Live-Produktion für die Single Release Party geprobt werden. Die läuft am Samstag, 17. November, ab  20 Uhr im Szene-Club Messajero (Sophienstraße 17) über die Bühne.

Zur Auswahl stehen die Songs „Running“ und die Ballade „The Power of Faith“. Vorsichtshalber dreht die Produktionsfirma gleich zu beiden Songs ein Video. Da müssen sich die Musiker sputen. Immer wieder – von 9 Uhr bis spät am Abend – spielen sie die gleichen Nummern. Dazu läuft im Hintergrund die Musik vom Band, Bewegungen und Handlungen sind nachgestellt. Einzig Drummer Rüdi scheppert verhalten mit seinem Drum-Set. Kein Problem, der Ton wird nicht aufgenommen.  „So tun als ob, ist am Schlagzeug halt schwierig“, sagt der Profi. Kamera von links, Kamera von rechts. Mal von oben, mal von unten. Alle Mann „Treppe rauf, Treppe runter“. Schließlich heißt ein Song „Running“ und dem Regisseur fehlt noch ein wenig Dynamik am Set.

„Produktionszeit ist teuer“, verrät Jörg Tochtenhagen, Chef der Plattenfirma Echozone. Er ist mit zwei Kameraleuten vor Ort und beschränkt sich nicht nur auf die Regie, sondern nimmt beim Dreh die Filmkamera auch oft selbst in die Hand. Damit die Drehkosten wieder reinkommen, müssen viele CDs verkauft werden und die Songs von den Fans im Netz oft heruntergeladen. Beispielsweise bei Spotify. Die Erlöse durch den Musikstreaming-Dienst sind laut Tochtenhagen mittlerweile nennenswert. Trotzdem gehe der Tonträgerabsatz mehr als früher mit dem Live-Erfolg einer Band einher. „Die Fans sehen die Bands am liebsten live, kaufen vor Ort die CD. Vorzugsweise schauen sie sich einzelne Stücke im YouTube-Kanal an. Egal ob daheim bei Treffs oder im Auto“, sagt der Musik-Profi, der seit 2004 nach eigenen Angaben knapp 500 CDs herausgebracht hat. Unter anderem von Robin Beck und Rick Springfield.

Zumeist jedoch mit deutschen Musikern. Mit Plexiphones arbeitet Tochtenhagen zum ersten Mal. Er findet die neuen Plexiphones-Stücke stark. „Sie klingen knackiger und sind nicht so opulent wie ihre Vorgänger“, sagt er. Klar, dass er nach dem Video-Dreh nun dem Release-Konzert entgegenfiebert. „Der Vorverkauf läuft super und an der Abendkasse könnte es vielleicht schon zu spät sein“, sagt Sänger Wolfgang Kemmerling und freut sich über das große Interesse an seiner Band.

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