Mönchengladbach: Urban.-Street-Festival hat die Altstadt verändert

Urban-Street-Festival in Mönchengladbach : Schöne bunte Altstadt

Eine Taube landet auf einer wunderschönen Frau, zwei dicke Engel schwirren auf dem Waldhausen Astoria herum, Spraydosen sitzen auf dem Sofa und schauen sich die Kaiser-Friedrich-Halle im Fernseher an: Das Festival „Home Street Home“ hat die Altstadt verändert. An neun Stellen sind farbenprächtige Kunstwerke entstanden. Spektakulär und unübersehbar.

Wann hat man zuletzt Passanten auf der Waldhausener Straße beobachtet, die wie angewurzelt stehenbleiben und staunen? Die über das sprechen, was sie zum Innehalten bewogen hat, die lachen, sich freuen, vergnügt und gutgelaunt weitergehen? Das ist gar nicht lange her. Und es passiert seit ein paar Tagen ständig. Der Grund dafür ist offensichtlich – weil nicht zu übersehen. An neun Stellen in der Altstadt haben sich großartige Graffiti-Künstler auf Hausfassaden verewigt. Innerhalb weniger Tage haben sie die Stadt bunter gemacht – fröhlicher – schöner.

Initiiert wurde das Urban-Art-Festival vom Chef des Kulturbüros, Thomas Hoeps. Er holte die Städte Neuss, Krefeld und Geldern mit ins Boot. „Aber eigentlich war es Steffen Mumm – alias HokerOne – der den Anstoß dazu gab“, sagt Hoeps. Der Mönchengladbacher Künstler war es dann auch, der als künstlerischer Leiter des Projekts Kollegen für das Projekt auswählte. Altstadtkoordinator Marius Müller sorgte dafür, dass auch Privateigentümer ihre Hauswände für Wandgemälde (Murals) zur Verfügung stellten.Und so tummelten sich in den vergangenen Wochen in allen vier Städten ziemlich interessante Menschen, die mit großem Vergnügen riesige Wände bunt machten. Das Thema in MG:Andersleben. Dieses bezieht sich auf die veränderten Strukturen, die sich in der Altstadt entwickelt haben – von der Partymeile, die immer mehr an Reiz verlor, hin zum kreativen Schmelztigel.

HokerOne war es auch, der für den verhinderten Kollegen Mr. Woodland einsprang und die Fassade an der Waldhausener Straße 31 bearbeitete. „Nature“ steht ganz oben. Und die ist ganz offensichtlich in Gefahr. Denn warum sonst würde der kleine Vogel, der oben links auf einem verdorrten Ast sitzt, so traurig schauen? Zusätzlich zu den „angemeldeten“ Murals sind zwei weitere spontan dazugekommen. Das Duo Tubuku hat „kupidonische Wonneproppen“ (Hoeps) auf der Fassade des Waldhausen Astoria neben dem Köntges hinterlassen. „Die verhindern, dass die Spraydose, die auf dem Sockel steht, geklaut wird“, sagt Thomas Hoeps. Und lustigerweise haben sich die Künstler selbst auf der Fassade verewigt. Sie stehen auf Leitern und bemalen die Fassade. „Genau die Klamotten, die sie auf der Hauswand tragen, hatten sie tatsächlich an.“

Oldhaus und seine Freundin Aura haben den Trafokasten gegenüber der Vinylgarage „bearbeitet“. „Aura“ hat sich mit ihrem Namen verewigt, und auf der Seite sieht man ein verliebtes Punker-Pärchen. „Großartig“, sagt Thomas Hoeps, „ein tolles Geschenk an die Stadt.“

Mehr von RP ONLINE