Mönchengladbach: Thomas Hoeps und Jac. Toes haben einen Thriller geschrieben

Politthriller „The Cannabis-Connection“ : Hoeps & Toes

Ein Politiker wird von seiner Vergangenheit eingeholt, und nichts läuft mehr glatt für ihn. Dabei war er auf dem besten Weg, Minister zu werden. Thomas Hoeps und Jac. Toes haben ein neues Buch geschrieben: „Die Cannabis-Connection“.

In beiden Nachnamen gibt es die Buchstabenkombination „oe“. In Hoeps wird diese „ö“ ausgesprochen, in Toes „uh“. Die Ähnlichkeit im Schriftbild und der Kürze ihres Namens sind nicht der Grund, warum die beiden zueinandergefunden haben. Natürlich nicht! Getroffen haben sie sich 2004 zum ersten Mal – auf der Criminale am Niederrhein. Als Thomas Hoeps kurze Zeit später gebeten wurde, einen Krimi über die deutsch-niederländische „Crossart-Route“ zu schreiben, suchte er einen niederländischen Mit-Autoren – und fand ihn in Jac. Toes. Das war 2006.

Sie schrieben ihr erstes gemeinsames Buch „Nach allen Regeln der Kunst“. Der deutsche Restaurator Robert Patati und die Polizeipsychologin und Sicherheitsberaterin Micky Spijker aus Arnheim waren die Hauptpersonen. Und Hoeps & Toes wurden zum Dream-Team der Kriminal-Literatur.

Jetzt haben sie ihre neueste Schöpfung vorgelegt – den Thriller „Die Cannabis-Connection“. Darin geht es um den überaus charmanten und erfolgreichen Staatssekretär Dr. Marcel Kamraths. Ihm winkt ein Ministeramt, zuvor muss er die Legalisierung von Cannabis durch den Bundestag bringen. Doch dann taucht ein Jugendfreund aus Amsterdam auf. Und seine Vergangenheit holt ihn ein. Kamrath verliert zunehmend die Kontrolle. Sein Leben, seine Karriere entgleiten ihm.

„Wir haben uns gefragt, wie die organisierte Kriminalität in den Niederlanden reagieren würde, wenn Cannabis in Deutschland legalisiert werden würde und damit einer ihrer wichtigsten Märkte wegbrechen würde“, sagt Thomas Hoeps. Und Jac. Toes ergänzt: „In den Niederlanden gibt es eine regelrechte Cannabis-Mafia, ganze Stadtviertel, vor allem in Grenznähe leben davon.“ Also – da steckt Brisanz drin. Dennoch hätte Kamraths die Legalisierung sicher durchgefochten. Wenn seine Vergangenheit und sein fehlender Mut ihm nicht zum Verhängnis geworden wären.

„Uns interessiert die Psychologie der Figuren“, sagen Toes und Hoeps. Marcel Kamraths hätte sein Schicksal in die Hand nehmen können. „Aber wahrscheinlich tat er es nicht, weil er Angst vor der Veränderung hatte, sein Weg war schließlich vorgezeichnet.“

Wenn die beiden Autoren miteinander reden, und das tun sie häufig, spricht Toes deutsch und Hoeps niederländisch. „Damit wir beide dasselbe Handicap haben und auf Augenhöhe sind“, sagen sie. Die Handlungen für ihre Bücher besprechen sie auf Spaziergängen oder im Chat. „Wir entwickeln die Story so lange, bis wir beide überzeugt sind, dass sie perfekt ist“, sagen sie. „Niemals gehen wir Kompromisse ein.“ Jac. Toes hat die Kapitel geschrieben, die in Amsterdam spielen, Thomas Hoeps übernahm den deutschen Part, der im politischen Berlin angesiedelt ist. Stilbrüche gibt es nicht, „weil wir einen ähnlichen Blick auf die Welt haben und einen sehr ähnlichen Humor.“

„Die Cannabis-Connection“ ist beim Unionsverlag erschienen. Darauf sind Hoeps und Toes sehr stolz: „Der Unionsverlag ist ein wichtiger Verlag für internationale Literatur.“