Mönchengladbach: Thomas Hoeps gibt Entscheidung im Kulturausschuss bekannt

Personalie in Mönchengladbach : Neue alte Strategien für die Kultur

Kulturbürochef Thomas Hoeps wechselt auf eine Stabsstelle im Kulturdezernat. Die Leitungsposition wird zum Jahreswechsel neu besetzt. Beigeordneter Fischer stellte im Kulturausschuss strategische Ziele für die Kulturarbeit vor.

Mit Zukunftsfragen des städtischen Kulturlebens befasste sich der Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Beigeordneter Gert Fischer erläuterte die in fachbereichübergreifenden Arbeitsgruppen entwickelten Grundzüge von „strategischen Zielen und Handlungsfeldern“ der Kulturarbeit in der Stadt. Mit dem Papier knüpft die Kulturverwaltung an vor fast 15 Jahren entwickelte Leitbilder für die Kultur in Mönchengladbach an. Danach verpflichtet sich die Stadt nun, das „ganze Spektrum der Kultur“ zu bewahren, pflegen und vermitteln. Und zwar „für alle“. Mit dieser bewusst gewählten Maximal-Formel konnte Gert Fischer den Einwand von SPD-Kultursprecher Ulrich Elsen entkräften, der in dem Konzept Begriffe wie Integration und Inklusion vermisste. Neu gegenüber den Richtlinien aus dem Jahr 2005 ist nun die Zielvorgabe, die Kultur habe sich insbesondere dem digitalen Wandel zu öffnen.

Wer kulturelle Teilhabe für alle erreichen will, muss Geld in die Hand nehmen. Daran, so Kulturdezernent Gert Fischer, komme man naturgemäß nicht vorbei. Also gerate jedwede Planung immer ein bisschen „zweischneidig“, so CDU-Mitglied Fischer. Er gestand, er habe mit dem Wort Planung „aus meiner politischen Sozialisation“ eh nie viel anfangen können. Dennoch steht er zu dem neuen Strategiepapier, in dem fünf zentrale Handlungsfelder für die Kulturpolitik aufgeführt sind. „Sie können die Umsetzung immer daran kontrollieren, was wir reingeschrieben haben“, beantwortete Gert Fischer eine Frage des Grünen-Mitglieds Peter Brollik. Ein besonderes Augenmerk gelte den sogenannten „Dritten Orten“, also Begegnungsstätten in den ländlich geprägten Räumen Mönchengladbachs.

Konkret wird sich zum Jahreswechsel einiges beim Personal des städtischen Kulturbüros ändern. Kurz vor Ende des öffentlichen Teils der Sitzung im Rheydter Ratssaal informierte Kulturdezernent Gert Fischer darüber, dass der Gründungsleiter des Kulturbüros, Thomas Hoeps, zukünftig eine neu entstehende Halbtags-Stabsstelle im Dezernat übernehmen wird. Dafür verlässt er das Kulturbüro, dessen Leitung neu besetzt wird. Hoeps skizzierte bereits sein künftiges Aufgabenfeld: „Es geht um Netzwerkarbeit und Konzepte für Kultur“, sagte er in der Sitzung des Ausschusses. Die Stabsstelle werde die Kulturarbeit zum Beispiel in der Region vertreten, sie solle aber auch Akteure der freien Kulturszene umfassender als bisher beraten, etwa in Bezug auf die Akquise von Geldmitteln.

Das Programm zum Tag des offenen Denkmals am 8. September stellte Karl-Heinz Schumacher, der Leiter der städtischen Denkmalpflege, anhand ausgewählter Architektur-Juwelen in Mönchengladbach vor. Diesmal stehen Gebäude, an denen sich der Bauhausstil exemplarisch dokumentieren lässt, im Fokus des Aktionstages. Allen voran das Schülerinnen-Wohnheim des Maria-Lenssen-Berufskollegs in Rheydt. Eine ausführliche Broschüre ist in Arbeit.

Bereits abgeschlossen ist hingegen eine neue Handreichung zur Archivpädagogik aus dem Stadtarchiv, auf die dessen Leiter Helge Kleifeld stolz verwies. Sein erstes großes Projekt im neuen Amt trägt den Titel „Historische Erinnerungsarbeit Stadt“. Es sieht unter anderem vor, dass Rheydter und Gladbacher Schüler sich wechselseitig mit der Geschichte des jeweils anderen Stadtteils befassen. Die von den Jugendlichen gedrehten Videos könnten dann in Linienbussen abgespielt werden. Ziele sind die Stärkung des Wir-Gefühls und die Stiftung von Identität.

Zur bevorstehenden Sanierung des BIS-Zentrums äußerte sich Gert Fischer optimistisch: Die erforderlichen Fördermittel von mehr als zwei Millionen Euro seien zugesagt. „Wir hoffen, im Sommer nächsten Jahres auf die Baustelle zu kommen“, sagte der Beigeordnete.

Mehr von RP ONLINE