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Mönchengladbach: Theaterpremiere von "Procedure Ada 2.0"

Theaterpremiere in Mönchengladbach : Ada Lovelace lebt

Zwischen viktorianischer Vergangenheit und Computer überwachter Gegenwart: Im Theaterstück „Procedure Ada 2.0“ geht es um die vergessene Mathematikerin Ada Lovelace.

 Intensiv, beeindruckend, informativ, aber auch leicht: Am Sonntag feierte „Procedure Ada 2.0“ Premiere im Studio des Theaters Mönchengladbach. Um es gleich vorwegzunehmen: Am Schluss wollte der Applaus kaum enden und Katharina Kurschat, die als Schauspielerin das Stück allein bestritt, war vor Freude sichtbar aus dem Häuschen.

Ada lebt. In der Gegenwart. Sie sitzt roboterhaft, haarlos und ganz in weiß gekleidet an einer Art Schaltpult. Eigentlich ist Ada eine Programmiersprache. Als solche umkreist sie in 36.000 Kilometer Höhe die Erde. Sorgt dafür, dass WhatsApp Nachrichten durchkommen, muss Hass- und andere Botschaften auf Facebook weiterleiten, Parkplätze überwachen, Fluchtkorridore in der Ukraine ausfindig machen, sich durch Weltraumschrott und Satelliten navigieren. Adas Vergangenheit ist eine andere. Dazu später mehr.

Ada wird gespielt von Katharina Kurschat. Seit der Spielzeit 2020/2021 ist sie Mitglied im Ensemble des Theaters Mönchengladbach. Kurschat hat sich in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit Ada Lovelace befasst, hat das Stück geschrieben und es inszeniert. Die Programmiersprache Ada geht zurück auf Auguste Ada Lovelace, eine Mathematikerin, die von 1815 bis 1852 in London lebte. Der Fluch der frühen Geburt trägt die Verantwortung dafür, dass die begabte junge Frau – übrigens Tochter des berühmt-berüchtigten Dichters Lord Byron – kein Studium aufnehmen konnte.

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Nur privat erhielt sie eine naturwissenschaftliche Ausbildung. Sie lernte Charles Babbage kennen, mit dem sie den Vorläufer des modernen Computers entwickelte: die Rechenmaschine Analytical Engine. Die Verdienste dafür allerdings erhielt sie nicht. Sie geriet in Vergessenheit. Erst 100 Jahre nach ihrem Tod wurden ihre Aufzeichnungen entdeckt. Mit der Programmiersprache Ada und dem Ada Lovelace Award wird sie in der Gegenwart gewürdigt.

Auf der Bühne des Theaters lernt das Publikum beide Seiten von Ada kennen: die Programmiersprache und eben die junge Frau, die klug und vorausdenkend ist. Katharina Kurschat springt mühelos vom Roboter zur lebenslustigen, fantasievollen Frau des 19. Jahrhunderts. Kurze Szenen wechseln sich ab, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden. Das viktorianische Zeitalter mit allen Einschränkungen und Möglichkeiten wird ebenso lebendig wie die kühle Welt der Programmiersprache. Was beide Welten verbindet, ist ein Kniff der Inszenierung. Was auf der Bühne geschieht, wird parallel live gefilmt und an die Wand projiziert und erinnert an die Kehrseite dessen, was mit dem Vorläufer des Computers aus dem 19. Jahrhundert begann: eine allumfassende Überwachung.

Drei weitere Frauen stehen seitlich des Geschehens und bilden eine musikalische Klammer: Die Pianistin Che Rin Na, Violetta Gaul, Querflöte und die Violinistin Ana Paola Alarcon. Katharina Kurschat beweist in „Procedure Ada 2.0“ ihr vielfältiges schauspielerisches und musikalisches Talent. Sie ist nachdenklich-still, setzt pantomimisches Spiel ein, tanzt und singt, nimmt sich zurück und dreht auf. Unbedingt anschauen!

Info Die nächsten Aufführungstermine: Samstag, 23. April und Samstag, 30. April, Freitag, 13. Mai und Sonntag, 22. Mai, jeweils 20 Uhr. Tickets gibt es per E-Mail an theaterkasse-mg@theater-kr-mg.de und unter der Telefonnummer 02166 6151 100.