Mönchengladbach: Theaterensemble der Hochschule kommt Zeit auf die Spur

Abstraktes Stück der Hochschule Niederrhein : Hochschultheater kommt der Zeit auf die Spur

Das Ensemble der Hochschule Niederrhein probt die Inszenierung „ChronoMeta“. Das abstrakte Stück hat am Freitag Pemiere.

Der Junge „A“ steht in sich gekehrt vor einer gerahmten Scheibe. Erst ist es still, dann erklingt sphärische Musik im Hintergrund. Aus dem Dunkeln erscheint eine Hand hinter der Scheibe. Langsam zieht sie leuchtende Farbe über das Glas und „A“ in ihren Bann. Auch seine Hand nähert sich der Scheibe und er hinterlässt eine farbige Spur, getrieben von einer unterbewussten inneren Kraft.

Seit Oktober arbeiten die sieben Gruppenmitglieder aus den Fachbereichen Kulturpädagogik und Sozialwesen der Hochschule Niederrhein an der Entwicklung des Stücks. Ein gutes Gruppengefühl und ein sicherer Raum für die Darsteller ist den beiden Studentinnen Kathrin Neubauer und Amelie Herm, die die Theatergruppe leiten, besonders wichtig.

Bei der Entwicklung des Stücks hat die Gruppe nicht mit einem klassischen Drehbuch gearbeitet. „Viel wichtiger war uns, dass die Teilnehmer Themen einbringen, die sie gerade persönlich bewegen. So haben wir eine Schnittstelle gesucht und gefunden: das Thema Zeit“, sagt Kathrin Neubauer.

Gemeinsam hat das Theaterensemble den Begriff „Zeit“ neu definiert und in drei Kunstformen unterteilt: Strukturzeit, persönliche Zeit und Wohlfühlzeit. Der Hauptcharakter „A“ durchläuft diese verschiedenen Zeitebenen und gerät in einen inneren Konflikt, er ist überfordert, gestresst und gelangweilt. Wie ist es möglich, diese drei Zeitformen zu verbinden und sein individuelles Ideal zu finden?

Die Gruppe entwickelt ihre Einzelszenen im Improvisationstheater. „Die Darsteller drücken ihr Innerstes nicht nur mit Text aus, sondern auch mit Farbe und Performance“, erklärt Amelie Herm. Für den Darsteller Darius Shouri ist diese Art der Herangehensweise neu: „Das Tolle ist, dass sich jeder ausleben und sich in das Stück einbringen kann. Persönliche Gefühle werden experimentell umgesetzt.“

Die Interpretation des Stücks möchten die Darsteller offen halten und den Betrachter dazu anregen, sich mit seinem eigenen Zeitgefühl auseinanderzusetzen.

Die Aufführung des außergewöhnlichen Stücks ist für Freitag, 12. Juli, und Samstag, 13. Juli, jeweils um 19.30 Uhr, im Kulturzentrum BIS an der Bismarckstraße 97-99 geplant. Außerdem ist „ChronoMeta“ am Donnerstag, 18. Juli, zur gleichen Uhrzeit im „Asta Keller“ Krefeld zu sehen.

Theateraufführung HSNR, ChronoMeta, Vorankündigung. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Tickets für die Vorstellungen in Mönchengladbach sind zum Preis von jeweils sechs Euro (ermäßigt vier Euro) via E-Mail an bis-zentrum@t-online.de oder theater-hsnr@gmx.de bestellbar. Zusätzlich gibt es Karten an den jeweiligen Veranstaltungstagen ab 18.30 Uhr an der Abendkasse.

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