Mönchengladbach : Dietmar Micha liebt das Theater

Er ist seit 30 Jahren der Vorsitzende der Theater-Gemeinde. Und auch mit 80 Jahren denkt er nicht wirklich ans Aufhören. Von „Antigone“ war er in der letzten Spielzeit begeistert, jetzt freut er sich auf „Monty Python’s Spamalot“.

Dietmar Micha ist ein Kämpfer. Ein Kämpfer für das Theater. „Für dieses großartige Haus tun wir alles“, sagt er. Mit „wir“ meint er die Theater-Gemeinde. Deren Vorsitzender er seit 30 Jahren ist. Nach wie vor mit riesigem Engagement. Über einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin hat er schon mal nachgedacht, immerhin ist er vor wenigen Tagen 80 Jahre alt geworden. „Aber so richtig konkret ist das noch nicht“, sagt er. Und es klingt nicht so, als ob er sich darüber grämt.

Schon als Kind wurde Dietmar Micha ans Theater herangeführt. Lebhaft erinnert er sich an den „Hauptmann von Köpenick“, den er in der Kaiser-Friedrich-Halle gesehen hat. Da gerät er ins Schwärmen: „Das Schauspiel war besser als der Film mit Heinz Rühmann.“ Von Manfred Lichtenfeld war er begeistert. „Wenn er auf der Bühne stand, liefen die Leute in Scharen ins Theater.“ Bis heute ist er ein großer Fan von gutem Ballett, „und das haben wir in unserem Theater. Robert North ist ein fantastischer Ballettchef.“

Dietmar Micha, Vorsitzender der Theater-Gemeinde. Foto: Inge Schnettler

Dietmat Micha ist 1938 in Mönchengladbach geboren. „Bis auf drei Jahre, als wir evakuiert wurden, habe ich immer hier gelebt.“ Am Huma hat er 1958 sein Abitur gemacht und anschließend bis 1961 an der Pädagogischen Hochschule in Bonn Lehramt für Grund- und Hauptschulen studiert. Als Junglehrer wurde er von einer Schule zur nächsten geschickt. Zuletzt war er von 1971 bis 1973 Konrektor an der Hauptschule Rheindahlen. Dann kam der Wechsel. Dietmar Micha ging zur Volkshochschule (VHS). Da blieb er, bis er 2003 in Rente ging. „Die VHS hatte ein großes Interesse daran, Kultur zu verbreiten.“ So kam es, dass Micha in den Beirat der Theater-Gemeinde berufen wurde. 1988 wurde er zum Vorsitzenden gewählt – und blieb bis heute auf dem Posten.

„Wir setzen uns in erster Linie dafür ein, dass möglichst viele Menschen kulturelle Veranstaltungen – besonders in unserem Theater – besuchen“, sagt Dietmar Micha. Die 700 Mitglieder der Theater-Gemeinde sind Multiplikatoren, sie sind Betreuer und kritische Beobachter. Einmal im Jahr stellt sich Generalintendant Michael Grosse dem Kritikergespräch mit der Theater-Gemeinde. „Eine sinnvolle Sache und fruchtbar für alle Beteiligten.“

Über die Theater-Gemeinde können die Mitglieder preisgünstige Eintrittskarten ins Theater bekommen. „Jeder, der bei uns ein Abonnement kauft, wird automatisch Mitglied“, sagt Micha. Zudem werden Theater- und Kulturfahrten angeboten. „Es ist wichtig, gemeinsam Kultur zu erleben.“ In diesem Jahr wurde bereits zum 16. Mal zum Schultheaterfestival eingeladen, das die Theater-Gemeinde gemeinsam mit dem Theater organisiert – mit großem Erfolg. „Um jüngere Menschen an das Theater zu binden, ist das Festival ungeheuer wichtig“, sagt Dietmar Micha.

Soeben hat die Theater-Gemeinde ihre Broschüre für die Spielzeit 2018/19 herausgebracht. Der Titel lautet: Wir lieben Theater! Dietmar Micha sagt: „Wir lieben unser Theater!“ In der vergangenen Spielzeit hat ihm „Antigone“ besonders gefallen. Jetzt freut er sich auf „Monty Python’s Spamalot“ und auf „Himmel über Paris“. Und was er sich für sein neues Lebensjahr wünscht? „Gesundheit – für das Theater, die Theater-Gemeinde und mich.“