Mönchengladbach Theater : Neue Harfe für das Orchester

Als sie 2015 bei den Niederrheinischen Sinfonikern anfing, musste die Harfenistin Stella Farina zunächst mit einem veralteten Instrument vorliebnehmen. Nun freut sich die 31-Jährige Italienerin über eine neue Harfe. Die Anschaffung ermöglichte eine Spende der beiden Theaterfreundeskreise.

Im Unterschied zu Streichinstrumenten, die eine jahrhundertelange Lebensdauer erreichen können, verschleißen andere mechanische Musikinstrumente rascher. „Harfen sind wie Klaviere, sie werden langsam schlechter“, weiß Stella Farina. Die 1986 in Turin geborene Italienerin kam im November 2015 als Nachfolgerin der pensionierten Harfenistin Gertrude Endrödy ins Gemeinschaftsorchester des Theaters. Zur Verfügung standen ihr, berichtet der neue Orchestergeschäftsführer Martin Kallnischkies, „zwei betagte Horngacher-Harfen“. Die haben inzwischen 30 Jahre auf dem Buckel. „Die Horngacher-Harfen sind nicht einfach zu stimmen und zu spielen, und die Wartung ist sehr aufwendig“, erklärt die junge Harfenistin, die vormals im RAI-Orchester und bei der Jungen Deutschen Philharmonie gespielt hatte. Ihr Fazit: „Ich passe einfach nicht so gut zu deutschen Harfen“, gibt die italienische Harfenistin lachend zu.

Deswegen beschloss die Geschäftsführung, eine neue Harfe anzuschaffen. Und so begab sich Stella Farina, die mit vier Jahren in Turin ersten Harfenunterricht erhielt und bereits mit 17 ihren ersten Studiengang in diesem Fach abschloss, auf die Suche. Fündig wurde sie im heimischen Turin, aber auch im Showroom eines Musikhändlers in Paris. „Dort hatten wir die Wahl zwischen einer Lyon-Healy von einem amerikanischen Harfenbauer und einem Instrument der Marke Salvi“, berichtet Farina, die ihr Solisten-Diplom mit 23 Jahren an der Münchner Musikhochschule abgelegt hatte.

Doch den Preis, den der Händler aufrief, konnte das Theater Krefeld/Mönchengladbach aus seinem Anschaffungsetat nicht zahlen. „Der Kaufpreis betrug rund 34.000 Euro“, informiert Kallnischkies. Und so traf es sich gut, dass die Theaterfördervereine in Mönchengladbach und Krefeld beschlossen, jeweils 5000 Euro für den Erwerb der Salvi-Harfe, die in Piasco, einer Stadt in der Region Piemont (Nordwest-Italien) hergestellt wurde, zu spenden.

Seit einigen Wochen spielt Stella Farina bereits bei Opernaufführungen das neue Zupfinstrument. Und sie ist begeistert. „Es ist, auch wenn sie noch in der Einspielphase ist, eine moderne Harfe mit tollem Klang und einer breiten Palette von Klangfarben“, urteilt die Solistin. Rahmen und Resonanzboden bestehen aus Tannen- und Ahornholz, florale Intarsien schmücken den Rahmen. Die 47 Saiten sind in Registern von Stahl-, Darm- und Nylonsaiten gestaffelt. Die sieben Umschaltpedale seien leichtgängig und sehr zuverlässig in den Funktionen, ergänzt Stella Farina. Das etwa 40 Kilogramm schwere Instrument kippt die Solistin zum Spielen ein wenig zu sich hin und lehnt den Rahmen an ihre rechte Schulter. „Im Stand käme ich nicht an alle Saiten heran“, erläutert sie den Grund für die auf Balance ausgerichtete Spielhaltung. „Wir freuen uns alle mit Stella Farina über diesen Neuerwerb“, sagt Konzertdramaturgin Eva Ziegelhöfer.

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