Neues Angebot vom Theater Mönchengladbach Weiße Rose kommt ins Klassenzimmer

Mönchengladbach · Das Theater bietet eine zweite mobile Produktion an: In „Die Weiße Rose - lebt!“ geht es um die Geschwister Scholl und warum sie 2022 wichtig sind.

 Bei der mobilen Produktion für Schulen spielen Moritz Bebock und Nina Brühls im Zwei-Peronen-Stück „Die Weiße Rose - lebt!“.

Bei der mobilen Produktion für Schulen spielen Moritz Bebock und Nina Brühls im Zwei-Peronen-Stück „Die Weiße Rose - lebt!“.

Foto: Matthias Stutte/© Matthias Stutte

Hans und Sophie Scholl – ja, gehört haben einige diese Namen sicher schon mal, aber die ganze Geschichte bekommen sie nicht mehr zusammen. Bei anderen Klassenkameraden und -kameradinnen klingelt gar nichts. Und nun soll ihre Schule in Geschwister-Scholl-Schule umbenannt werden. Für die Schülerin Sophie ist das der Anlass, ein Stück über die letzten Minuten von Sophie (ihrer Namensvetterin) und Hans Scholl, Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, zu schreiben. Das ist die Ausgangssituation in der neuen Produktion der Jugendclubs am Theater Krefeld und Mönchengladbach. „Die weiße Rose – lebt!“.

Das Besondere: Es ist das erste Klassenzimmerstück der Jugendclubs. Ab sofort kann es von Schulen gebucht werden. Die Aufführung läuft dann im Klassenraum, ganz dicht beim jungen Publikum.

Darum geht es: Hauptfigur Sophie will mit ihrem Stück auch dem an ihrer Schule entstandenen Rechtsruck entgegenwirken und sucht nun Mitspieler. „Ihr Mitschüler Marlon ist schon dabei – doch eher aus Interesse an Sophie als an der Geschichte, und so ganz sicher, ob das Thema heute überhaupt noch jemanden anspricht, ist er sich auch nicht“, berichten die Theaterpädagoginnen Maren Gambusch und Silvia Behnke, die das Stück inszeniert haben. Es passe in die Gegenwart finden sie. Denn Autor Günter Breden habe ein aktuelles Stück geschrieben „über Wachsamkeit, Mut und Engagement, das zum Teil auf den Briefen und Aufzeichnungen der Geschwister Scholl basiert“.

Am 22. Februar 1943 sind Hans und Sophie Scholl hingerichtet worden – nach fünf dramatischen Tagen. Ihnen wurde „Wehrkraftzersetzung“, „Feindbegünstigung“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ vorgeworfen. Darauf stand die Todesstrafe.

„Die Weiße Rose – lebt!“ ist konzipiert für die Altersgruppe der neunten Klasse, also etwa 14-Jährige. In Mönchengladbach übernehmen Nina Brühls und Moritz Bebock die Partien im Zwei-Personen-Stück, in Krefeld  spielen Erika Schelenberg und Leander Kuhms die Rollen von Sophie und Marlon. Die Ausstattung liegt bei Matthias Stutte. Es ist nicht die einzige Produktion, mit der das Theater in die Schulen kommt. Auch das Ein-Personen-Stück „Dreck“ ist ein Klassenzimmerstück: Raafat Daboul verkörpert einen jungen Mann, der vor dem Krieg aus dem Irak nach Deutschland geflüchtet ist und sich nun als Rosenverkäufer in Kneipen über Wasser zu halten versucht. Dabei bekommt er die ganze Wucht von Rassismus und Diskriminierung zu spüren. Den Monolog von Robert Schneider hat Steve Karier inszeniert.

Gerade in Corona-Zeiten will das Theater ein zweites Stück anbieten, das mit einem brisanten Thema in der Schule für Diskussionsstoff sorgen kann – „um die mitunter schwierigere Hürde der Anreise zu erleichtern“ und junge Leute für die Kraft des Theaters zu begeistern.

Info Die Klassenzimmerstücke sind mobile Inszenierungen des Theaters Krefeld und Mönchengladbach, mit denen das Team in die Schulen oder Jugendzentren kommt. Buchung und Informationen zu den Aufführungsbedingungen bei theaterpaedagogik@theater-kr-mg.de