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Mönchengladbach: Sommerkino zieht Tausende ans Schloss Rheydt

Kino unter freiem Himmel in Mönchengladbach : „Vorhang auf“ fürs Sommerkino

Am Schloss Rheydt wurden am Wochenende drei Kinofilme unter freiem Himmel gezeigt. Mit dabei: Hauptdarsteller Julius Weckauf aus „Der Junge muss an die frische Luft“.

Der Junge muss an die Frische Luft: An die frische Luft zieht es Freitagabend tausend Kinobegeisterte. Sie wollen Caroline Links Erfolgsfilm „Der Junge muss an die frische Luft“ bei der ausverkauften Pilotveranstaltung des Sommerkinos Schloss Rheydt in Freilicht-Atmosphäre erleben. Die Großprojektionswand der Firma Comet Premium bedeckt das Bühnenportal, das von der Sommermusik-Reihe stehengeblieben ist.

„Ich kenne den Film noch nicht und bin sehr gespannt, ich habe nur Gutes über den Film und Hauptdarsteller Julius Weckauf gelesen“, sagt Petra Uhler. Vorfreude äußert auch Bernd Meisterling-Riecks, der den Mut der Veranstalter lobt, mit Freilichtkino „ein neues Kulturformat“ auf Stapel zu legen.

Markus Brinkmann, Marketingchef des Comet Cine Center, hatte eine Zugnummer fürs Vorprogramm organisiert. Julius Weckauf, der elfjährige Jüchener, der im Film über die Kindheit des Komikers Hape Kerkeling den jungen Hans-„Pedder“ spielt, ist vor Ort. Brinkmann plaudert mit dem schlagfertigen, charmanten Nachwuchsschauspieler. Eigentlich sei der von Caroline Link gedrehte Film über Hape Kerkelings Kindheit in Recklinghausen „ja eher was für die ältere Generation – ab 16 oder so“, meint Julius und erntet eine Lachsalve. Er werde „im Januar was mit Otto Waalkes“ drehen, verrät der Hauptdarsteller. Dann schließt er jenen zum geflügelten Wort gediehenen Satz aus dem Film an: „Das Leben muss ja irjendwie weiterjehn.“ Und stößt mit den Zuschauern mit „Eierlikörchen“ an. Die Vorführung gelingt technisch und optisch auf hohem Niveau. Die Zuschauer werden von „Hans-Pedder“ in dessen innere Monologe und Erlebnisse hineingezogen und durchleben viele witzige Szenen, aber auch tieftraurige Sequenzen aus der Biografie des Multi-Künstlers Kerkeling.

Bohemian Rhapsody: Kaum, dass der Musiksommer mit acht Konzerten vorbei war, bot der Innenhof von Schloss Rheydt zur zweiten Filmvorführung erneut eine Bühne für Rockmusik. Doch anders als zu den Live-Konzerten tanzten und sangen die Zuschauer während des biografischen Filmdramas „Bohemian Rhapsody“ natürlich nicht zu den Rhythmen. Gebannt verfolgten sie von ihren Plätzen die Geschichte des Freddie Mercury und der Band „Queen“. Der Titelsong klingt bald an als schlichtes Thema, von Hauptdarsteller Rami Malek scheinbar aus liegender Position am Klavier improvisiert. „Hat Potential“, lässt er seine Figur über die Melodie sagen, die den Keim zum unaufhaltsamen Triumph des Rocksongs „Bohemian Rhapsody“ legt. Im Schlosshof sprengte derweil der freie Himmel über Leinwand und Besucher im sanften Licht des angestrahlten Schlosses die Dimensionen eines üblichen Kinobesuchs. Vertraut wiederum waren hier und da dezent getuschelte Kommentare. Gebannt verfolgten die rund 1000 Besucher die emotionalen Verstrickungen des britischen Musikers. Vielen war anzusehen, wie sehr sie der Moment anrührte, in dem der tödlich erkrankte Rocksänger der 1970er und 1980er Jahre vor dem „Live-Aid“-Auftritt mit dem Vater Frieden schließt. Absolut filmreif war die lokale Anbindung mit einem Auftritt der hiesigen Fledermäuse, die kurz vor Filmende publikumswirksam an der Leinwand vorbeihuschten.

Beim Sommerkino lief auch der Film „Bohemian Rapsody“, in dem es um die Erfolgsband „Queen“ geht. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Der König der Löwen: Wegen starker Regenfälle am Nachmittag dürften Kartenbesitzer des computeranimierten Films „Der König der Löwen“ im Vorfeld um ihr Kinoereignis gezittert haben. Am Abend war es zwar kühl, doch trocken. So war auch dieses Mal das Sommerkino lange vor Aufführungsbeginn komplett gefüllt. Den Parcours der Emotionen eröffnete das Violinen-Ensemble „Colour Kids“ der Musikschule mit einem Medley der Lieder aus dem älteren Zeichentrickfilm. Da Lehrerin Kerstin Weuthen nach Duisburg wechselt, ließen die Schüler im Anschluss einen Abschiedsfilm mit guten Wünschen und Erinnerungen abspielen. Mit Applaus begrüßten die Besucher, darunter etliche Kinder, den Disney-Film, der die Tiere so echt wirken lässt. Das Licht über der Savanne schien den Farbton des angestrahlten Schlosses zu spiegeln.

Das Ensemble „Colour Kids“ der Musikschule spielte Film-Soundtracks von „König der Löwen“. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Zu manchen Einstellungen sah es aus, als würden die Tiere in den Schlosshof stürmen. Als der kleine Simba im Land der Schatten bei den Hyänen in höchste Gefahr gerät, schrie ein entsetztes Kind „Nein“. Beruhigt sah es die Rettung des Löwenjungen. Nachdem dessen Vater Mufasa durch das verräterische Tun des bösen Scar in die Schlucht gestürzt ist, flüstert hier und da eine Kinderstimme, ob Simbas Vater tot wäre. Das witzige Gespann von Warzenschwein und Erdmännchen brachte die Besucher zum Lachen. Nach dem dramatischen, finalen Kampf freuten sich diese über ein gutes Ende.