Musik in Mönchengladbach : Sinfoniekonzert mit Programm-Variante

Die Niederrheinischen Sinfoniker begleiten im letzten Konzert der Saison zwei Geiger, die neun und 14 Jahre alt sind. Besucher können, je nach Termin, zwischen zwei Programmen wählen.

Wer das komplette Programm des letzten Sinfoniekonzert dieser Saison hören will, muss zweimal ins Theater kommen. Es ist ja Tradition, dass die Niederrheinischen Sinfoniker im 7. Konzert ihrer Reihe junge Talente präsentieren. Im Zuge des Wettbewerbs „Bühne frei“ stehen diesmal zwei Geiger auf dem Podium. Der neunjährige Philipp Chernomor aus der Region Dortmund, der von Emir Imerov, Stimmführer der zweiten Geigen bei den Sinfonikern, unterrichtet wird, spielt den Kopfsatz aus Charles-Auguste de Bériots Violinkonzert a-Moll. Und gleich im Anschluss wird die 14-jährige Susanna Marski, die bereits Jungstudentin an der Musikhochschule Düsseldorf ist, Tartinis Sonate mit dem Teufelstriller aufführen. Wobei die jungen Virtuosen vom Orchester unter Leitung von Musikdirektor Mihkel Kütson begleitet werden. Susanna war bereits 2017, damals im Trio, Preisträgerin des Wettbewerbs. Kütson bestätigte gestern: „Auch in der nächsten Spielzeit werden wir ,Bühne frei‘ fortsetzen!“ Aufführungstermin: Mittwoch, 26. Juni, 20 Uhr, im Konzertsaal.

Wer dagegen Karten für den zweiten Termin des 7. Sinfoniekonzerts hat, erlebt Donnerstag, 27. Juni, in der Konzertmitte eine europäische Erstaufführung. GMD Kütson hatte „lange nach einem Stück für unser orchestereigenes Bläserquintett NR 5 gesucht“. Dann stieß er auf das Auftragswerk „The Cosmos“ des Amerikaners Michael Gilbertson (32). In Würdigung der vor 100 Jahren entstandenen Orchestersuite „The Planets“ des Briten Gustav Holst schrieb Gilbertson 2016 dieses Stück für Holzbläserquintett und Orchester. „The Cosmos“, erklärt Mihkel Kütson, lässt galaktische Nebel, einen Kometen, Sonneneruptionen, schwarze Löcher und solare Kernschmelzprozesse hörbar werden. „Der Komponist hat fürs Schlagwerk sogar bestimmt, dass ein trockener Ast mit Blattwerk zum Einsatz gelangt“, nennt der Chefdirigent ein Beispiel für spezielle Instrumentierung. Da wird es Zeit, dass der Schlagzeuger ein geeignetes Holzstück im Wald suchen geht.

Susanna Marski, 14 Jahre, wird Tarinis Sonate mit dem Teufeltriller aufführen. Foto: Theater Mönchengladbach

Beide Konzertvarianten werden klassisch anspruchsvoll umrahmt: Zur Eröffnung erklingt Joseph Haydns Sinfonie Nr. 59, die sogenannte „Feuersinfonie“. Da flackern Töne im Trioteil des ersten Satzes, „da lodert, züngelt und knistert es nur so in der Musik“, erläutert Konzertdramaturgin Eva Ziegelhöfer. Quasi als Vorschau aufs Beethoven-Jahr – 2020 wird der 250. Geburtstag des Klassikers begangen – verabschieden sich die Niederrheinischen Sinfoniker mit Beethovens vierter Sinfonie (B-Dur) in die Konzertferien. „Es ist ein sehr virtuoses Werk mit anspruchsvollen kammermusikalischen Momenten“, so der GMD. Vor beiden Konzerten gibt Eva Ziegelhöfer ab 19.15 Uhr eine Einführung.

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