Konzert in Mönchengladbach Kütsons „Happy Hour“ mit Geigenvirtuosen

Mönchengladbach · Die Niederrheinischen Sinfonien begeisterten im kurzweiligen Programm mit auch unbekannten Komponistennamen. Und ein ganz junger Geigenspieler hatte einen Auftritt mit seinem Lehrer.

 Orchesterchef Mihkel Kütson präsentierte dem Publikum auch Werke unbekannterer Komponisten.

Orchesterchef Mihkel Kütson präsentierte dem Publikum auch Werke unbekannterer Komponisten.

Foto: bauch, jana (jaba)

Der Auftakt sprudelte im fröhlich unbeschwerten Ausdruck. Das sei doch schon dicht am Motto des Abends, kommentierte Mihkel Kütson den Beginn im Konzertsaal des Theaters mit Edward Germans „Merrymaker‘s Dance“. Zur zweiten Happy Hour der Spielzeit servierten die Niederrheinischen Sinfoniker unter seinem Dirigat eine Folge von neun kurzen, vorwiegend heiter und leicht anmutenden Stücken. Das Orchester gestaltete die Auswahl mit offensichtlicher Spielfreude gekonnt und dynamisch, während das Publikum die glückliche Stunde bei Wein oder Wasser in entspannter Atmosphäre genoss.

„Ich habe gemerkt, dass Sie auch unbekannte Komponisten gerne hören und darum von ihnen einige ausgesucht“, verriet der Orchesterleiter in der Moderation zwischen den Darbietungen.  Samuel Coleridge-Taylor zum Beispiel stellte er als spannenden Komponisten vor, von dem die meisten wahrscheinlich noch nie etwas gehört hätten. Dabei habe der 1875 geborene Sohn eines aus Sierra Leone stammenden Arztes und einer Engländerin eine steile Karriere erlebt, sei aber mit nur 37 Jahren jung verstorben. Dessen „Sonnet d‘amour“ aus der Petite Suite de Concert entfaltete das Orchester im anmutigen Spiel und behutsam verträumten Ausdruck. Den abschließenden Takt ließ es in subtil abgesetzten Tönen sachte verklingen, wie von leichter Hand hingetupft.

Vor Pablo de Sarates Navarra opus 33 für Violinenduo und Orchester begrüßte der Dirigent „einen besonderen Gast“: den jungen Geigenspieler Raphael Gisbertz. Der habe 2017 im Alter von nur neun Jahren sein Debüt mit den Niederrheinischen Sinfonikern gegeben und sei inzwischen für sein Können mehrfach ausgezeichnet worden, verriet Kütson. An diesem Abend überzeugte der junge Künstler gemeinsam mit seinem Geigenlehrer Emir Imerov zu technisch herausfordernden Partien des spanischen Komponisten.  Schüler und Lehrer begeisterten im hervorragend abgestimmten Spiel mit feinen Nuancen und temperamentvollen Steigerungen zum Orchesterspiel. Dem jungen Virtuosen wünsche er eine Karriere, die sich messen lasse am Erfolg des zuvor interpretierten Geigenvirtuosen, merkte Kütson anerkennend an.

Das lebendig präsentierte Finale. Spiritoso aus Haydns Sinfonie Nr. 104 sollte den Abend abrunden. Die angekündigte frohe Stunde war da schon leicht überzogen, und doch gab es zum Dank für den begeisterten Beifall eine zündende Zugabe mit Germans „Satyr Dance“ obendrauf.  Der englische Komponist hatte ohnehin über die Anzahl der aufgeführten Werke einen leichten Schwerpunkt gebildet. Auf dem Neujahrskonzert werde eine seiner Suiten zu hören sein, warb Kütson vorausschauend.

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