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Mönchengladbach: So ist die Ausstellung von Thomas Wunsch im Kunstraum No. 10

Ausstellung in Mönchengladbach : Was das Auge tatsächlich sieht, wird zur Nebensache

Thomas Wunsch fotografiert urbane Motive und verfremdet sie am Rechner vollständig. Die Ergebnisse zeigt der Künstler in der Ausstellung „Wages of Sin“.

Was der Betrachter tatsächlich auf den Fotografien sehen kann, verrät der Künstler nicht. Und das ist auch gut so. So bleibt das Anschauen spannend. Das Ergebnis offen. Thomas Wunsch, geboren 1956 und aus Wiesbaden kommend, ist zu Gast im Kunstraum No. 10. „Wages of Sin“ nennt er die Ausstellung, Lohn der Sünde. Als solchen empfindet er seine abstrakten Fotografien. „Schließlich tue ich nicht das, wofür der Fotoapparat entwickelt wurde: abbilden und dokumentieren.“ Ein Vergehen mit einem Lohn, der für den Betrachter einen hohen ästhetischen Reiz hat.

Seine in grauen, blauen, weißen und schwarzen Tönen gehaltenen Fotografien basieren auf digital fotografierten urbanen Motiven, die Wunsch am Rechner vollständig verfremdet. Was der Betrachter zu sehen meint, ist etwas, das an zersplittertes Glas erinnert, an unscharf aufgenommene Menschen, an Reflektionen in einer Schaufensterscheibe, an eine Sternennacht. Das Auge kann sich in den Fotografien verlieren, spazieren gehen. Was es tatsächlich sieht, wird zur Nebensache.

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Wunschs Fotografien sind Drucke auf quadratische, gerahmte Leinwand. „Das Quadrat ist demokratisch“, beschreibt er sein Lieblingsformat. Der Fotograf eröffnete 1980 sein eigenes Fotostudio in Hamburg, war lange Jahre im Bereich der Mode- und Porträtfotografie tätig, bevor er im Jahr 2000 mit abstrakter Fotografie begann. Das Studium der Kunstgeschichte weckte in ihm die Liebe zum Abstrakten.

Die Ausstellung „Wages of Sin“ im Kunstraum No. 10,  Matthiasstraße 10, ist bis 4. Juli freitags von 17 bis 19 Uhr, am Samstag und Sonntag von 14 bis 17.30 Uhr zu sehen.