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Mönchengladbach: Sinfoniekonzert mit Herbert Schuch

Pianist und Orchester : Sinfoniekonzert mit einem virtuosen Solisten

Ungewöhnliche Programmfolge: Herbert Schuch spielte die Zugabe zwischen seinen beiden Auftritten.

Das vierte Sinfoniekonzert, in dem Felix Mendelssohn-Bartholdy drei französischen Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts gegenübergestellt wurde, hatte es in sich. Das begann bereits mit der Wahl des Solisten. Der in Rumänien geborene und heute in Köln lebende Pianist Herbert Schuch beeindruckte im Konzertsaal des Theaters sowohl als kompetenter Interpret wie als Virtuose der Oberklasse.

Mendelssohns erstes Klavierkonzert in g-moll beruht auf der relativ seltenen Kombination von Tragik und Virtuosität. Schlackenlos, aber nicht oberflächlich erklangen die schnellen Passagen, gefühlvoll das Andante im aparten Zusammenklang mit tiefen Streichern und Solohorn. Originell komponiert und brillant gespielt war Francis Poulencs „Aubade“, ein Konzert für Klavier und 18 Instrumente, wobei der Komponist auf Geigen ganz verzichtete. Satzbezeichnungen wie Toccata ließen vermuten, dass auch barocke Ausdrucksformen angedeutet werden könnten. Das Werk wurzelt vor allem im französischen Impressionismus. Aber es strahlt auch viel barocke Vitalität und Lebensfreude aus. Ungewöhnlich, aber sinnvoll war, dass Schuch die Zugabe zwischen seinen beiden Auftritten spielte. Aber das Programm des ersten Teils war deutlich kürzer, die zeitlichen Proportionen zwischen den Teilen stimmten so besser. Über Schuchs Virtuosität bei Johannes Brahms‘ Variationen über Paganinis 24. Caprice konnte man nur staunen.

Auch die Niederrheinischen Sinfoniker unter der Leitung von Mihkel Kütson begeisterten. Wie gewohnt bewährten sie sich als sichere Begleiter des Pianisten, bei Mendelssohn wie – in kleiner Besetzung – bei Poulenc. In den beiden Orchesterwerken, Frederick Delius‘ „Idylle de printemps“ und Claude Debussys‘ „Images pour orchestre“, glänzten alle Gruppen des Orchesters mit differenzierter Klanggestaltung. Die Streicher wechselten zwischen opulentem und fein ziseliertem Klang, kultiviert klangen die Bläser, tadellos gelangen die Soloeinsätze der Konzertmeisterin und des Solocellisten, ebenso die komplizierten Rhythmen der Schlagzeuger.

Für den anerkennenden Beifall bedankten sich Dirigent und Orchester mit einer kurzen, pfiffigen Zugabe, dem Ballett der Küken in ihren Eierschalen. Es stammt aus Modest Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“, instrumentiert von Maurice Ravel.