Mönchengladbach: Schlosskonzert mit dem Ensemble Corrélatif

Schlosskonzert in Mönchengladbach : Ensemble Corrélatif verzaubert mit charmanter Leichtigkeit

Vier Holzbläser ohne Horn sind eine ungewöhnliche Besetzung, klingen aber ganz ausgezeichnet, wie das Schlosskonzert beweist.

Unter der Nummer 616 findet sich im Köchel-Verzeichnis Mozarts „Andante für eine Walze in eine kleine Orgel“. Ob man sich nun über die Grammatik des Titels wundert oder nicht: Mozart komponierte das reizvolle kleine Stück in der Tat für ein mechanisches Musikinstrument. Dass es auch auf Blasinstrumenten gut, vielleicht sogar noch besser klingt, war zu Beginn des sechsten Schlosskonzerts vom „Ensemble Corrélatif“ zu erfahren

So selbstverständlich in der Tradition eine Quintett-Besetzung für vier Holzbläser und ein Horn ist, so selten kommen in der Kammermusik vier Holzbläser ohne Horn vor. Dabei klingt diese Besetzung ganz ausgezeichnet. Aus diesem Grund fassten Christian Strube (Flöte), Marion Klotz (Oboe), Matthias Beltz (Klarinette) und Anne Steinbach (Fagott) den Entschluss, sich nach und nach sowohl die wenigen Originalkompositionen für diese Besetzung als auch Bearbeitungen anderer Werke vorzunehmen.

Im Rittersaal Schloss Rheydt hatten die vorzüglichen Bläser schnell die Sympathien der Zuhörer gewonnen. So leicht und locker wie bei Mozart, wenn auch natürlich mit anderen stilistischen Akzenten, klang es auch bei den drei französischen Komponisten, die zwischen 1905 und 1921 das Licht der Welt erblickten. Jean Français hat sich mit heiteren Werken einen Namen gemacht. Zu Recht, wie bei seinem „Quatour“ zu hören war. Ähnlich originell klangen die Werke zweier Komponisten, die nicht zu kennen keineswegs als Zeichen mangelnder Allgemeinbildung gewertet werden muss. Sowohl das Divertissement von Marcel Bitsch als auch die „drei Stücke für eine Musik bei Nacht“ von Eugène Bozza entpuppten sich raffiniert vorgetragen als kurzweilig. Humorvoll klang auch „Im Schweizer Volkston“, gleichgültig, ob man den Namen des Komponisten Joseph Lauber schon einmal gehört hatte oder nicht. Nützlich, wenn auch manchmal etwas zu lang geraten, waren die Hintergrundinformationen, die die vier Ensemblemitlieder abwechselnd zwischen den Stücken beisteuerten.

Für seine beliebte Märchenoper „Hänsel und Gretel“ sieht Engelbert Humperdinck ein dick besetztes Orchester vor. Bei Stücken wie „Suse, liebe Suse“ oder „Brüderchen, komm tanz mit mir“ kam - gerade durch die kleine Besetzung und durch die elegant gespielten Übergänge - eine tänzerische Leichtigkeit ins Spiel, die bestens passte.

Mehr von RP ONLINE