Mönchengladbach: Privatleute wollen das Denkmal des Park-Stifters Carl Schmölder retten

Restaurierungs-Aktion in Mönchengladbach : Rettung für das Schmölder-Denkmal

Von einem Baum in tausend Stücke zerschlagen, das Bronze-Relief mit dem Konterfei des Unternehmers gestohlen. Das war das böse Schicksal des steinernen Ehrenmals für den Stifter des Rheydter Parks. Nun soll es restauriert werden,.

Irgendwann Anfang der 1990er Jahre ist ein Baum auf das Denkmal gefallen. Mit Wucht zerschlug er den Stein in tausend Stücke und begrub die Trümmer unter sich. Im Laufe der Jahre wucherte die Fläche in der Nähe vom Bäumchesweg, auf der das Denkmal für Carl Julius Schmölder seit 1907 gestanden hatte, komplett zu. Und das war gut so. Denn dadurch wurden die Reste des Gedenksteins unsichtbar und so vor weiterer Zerstörung geschützt. Stehen geblieben und erhalten ist allerdings nur der Sockel des Denkmals. Unwiederbringlich verloren ist schon lange das Bronzerelief des Industriellen und Park-Stifters. Ob es im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen oder aber von einem „Fan“ des großen Rheydters entwendet wurde, ist nicht belegt. Sicher ist aber: Das Denkmal soll repariert und restauriert werden. Dafür wollen Margarethe und Hans-Dieter Küppers sorgen.

Das Ehepaar wohnt schon lange in unmittelbarer Nähe des Schmölderparks. Die Schönheit der Anlage hat beide immer erfreut, und die Geschichte ihrer Entstehung finden sie faszinierend. „Carl Schmölder hat der Stadt 1888 seine riesige Waldparzelle geschenkt mit der Auflage, daraus einen Park für die Bürger zu machen“, wissen Margarethe und Hans-Dieter Küppers. Sie beobachten seit langer Zeit eine ältere Dame, die allmorgendlich mit ihrem Hund in den Park geht und sich bei Carl Schmölder für das großmütige Geschenk bedankt. Das tut sie, indem sie der „kleinen“ Büste über den Kopf streichelt, die ebenfalls den bekannten Industriellen abbildet und seit 1949 im Park auf einem steinernen Sockel steht. „Das ist doch wirklich rührend, oder?“

Einen fachkundigen Experten und Mitstreiter für ihr Vorhaben fanden die Küppers’ in Steinmetzmeister und Restaurator Norbert Jansing, Geschäftsführer des Unternehmens Jansing und Schmid. Und selbstverständlich ist die Mags mit im Spiel. „Ohne deren Hilfe könnten wir einpacken“, sagt Margarethe Küppers. Mags-Mitarbeiter sind am Montag angerückt und haben mit Hilfe von Minibagger und Radlager die Stelle rund um das zerstörte Denkmal gerodet. „Und ich habe mich auf Schatzsuche begeben“, sagt Norbert Jansing. Er verrät: „Wir haben mehr gefunden als erwartet.“

In seiner Werkstatt werden die Teile jetzt wie ein Puzzle zusammengefügt, die fehlenden Stücke in einer technischen Zeichnung rekonstruiert. Wie lange die Arbeiten dauern werden und wie sie zu finanzieren sind, das ist den Initiatoren unklar. Die Ur-Ur-Enkelin Schmölders, die in Mönchengladbach lebende Uta Schmölder-Herrmann, hat finanzielle Beteiligung zugesagt, „ansonsten hoffen wir auf Spenden“, sagen Margarethe und Hans-Dieter Küppers. Und sie sagen: „Wir haben kein Geld, sind aber voller Mut.“

Unterstützer für ihr Vorhaben sollten sich finden lassen. Bereits im Jahr 2016 haben die Küppers’ angefangen, für die Restaurierung des Schmölder-Denkmals zu werben. 500 Unterschriften haben sie in der Nachbarschaft zusammen bekommen. „Ich finde, man muss dem Mann, der uns diesen schönen Park geschenkt hat, würdigen und ehren“, sagt Margarethe Küppers.

Wer helfen will das Denkmal zu restaurieren, kann sich unter der Rufnummer 02166 5551900 bei Familie Küppers melden.

Mehr von RP ONLINE